Regnerischer Mai beschleunigt Brienzer Rutsch
Die Geschwindigkeit des Brienzer Rutsches liege im Dorf bei 1,6 m pro Jahr – so hoch wie noch nie seit Messbeginn, wie die Gemeinde Albula in ihrem aktuellen Infobulletin schreibt. In den Bereichen «West» und «Insel» hätten die Niederschläge der ersten beiden Maiwochen markante Beschleunigungen ausgelöst. Die Beschleunigung des Rutsches sei bemerkenswert, obwohl die Niederschlagsmengen eigentlich nicht sonderlich hoch gewesen seien.
Mit der Beschleunigung gingen diverse Steinschläge am Berg einher. Ein Gesteinsbrocken in der Grösse eines Medizinballs sei bis zum Sportplatz in Brienz gerollt.
Schneeschmelze noch nicht zu Ende
Der Schnee in den oberen Lagen ist noch nicht vollständig geschmolzen. Deshalb könne die Rutschgeschwindigkeit in den kommenden Wochen noch etwas zunehmen, heisst es weiter. Man erwarte deshalb auch kleinere Steinschläge. Grössere Ereignisse stünden aber nicht bevor. Die Lage wird aber eng vom Frühwarndienst beobachtet, wie es weiter heisst. Die Dorfbevölkerung soll neu auftretende Schäden und Veränderungen an bestehenden Schäden an Häusern, Strassen und im Gelände melden.
Erste Resultate im Frühling 2023
Anfangs Mai hatten die Arbeiten für den Sondierstollen unter dem Dorf begonnen. Daraus soll in zahlreichen Bohrungen Wasser abgeleitet werden. Ist diese Tiefenentwässerung erfolgreich, könnte die Rutschung verlangsamt oder gar gestoppt werden. Erste Resultate dazu dürften aber erst im Frühling 2023 vorliegen. (dje)