Regierungsrat plant Psychiatrie-Station im Gefängnis Zürich West
Psychisch erkrankte Inhaftierte sollen künftig im Gefängnis Zürich West behandelt werden können. Der Zürcher Regierungsrat will dort eine akutpsychiatrische Station einrichten.
Der Bedarf an psychiatrischer Akutbehandlung für Inhaftierte stieg in den vergangenen Jahren stark an: Mehr als 60 Prozent der Häftlinge sind von psychischen Erkrankungen betroffen, wie der Regierungsrat in einer Medienmitteilung vom Donnerstag schreibt.
Die heutige psychiatrische Versorgung im Zürcher Justizvollzug erfolgt zu einem grossen Teil ambulant. Ergänzt wird sie durch spezielle Abteilungen, darunter die 2019 eröffnete Kriseninterventionsabteilung im Gefängnis Limmattal.
Doch die Unterbringung in «normalen» Stationen ist mit erhöhten Sicherheitsrisiken verbunden. Deshalb soll die Versorgung dieser «anforderungsreichen Patientengruppe» künftig mit einer gefängnisinternen Station sichergestellt werden. Damit soll der Bedarf an Akutplätzen für psychisch erkrankte Inhaftierte gedeckt und gleichzeitig die Allgemeinpsychiatrie entlastet werden.
«Kürzere Wege, geringere Sicherheitsrisiken»
Für diese Lösung prüfte der Regierungsrat verschiedene Varianten. Als Zweckmässigste erachtet er eine eigenständige psychiatrische Einrichtung im Gefängnis Zürich West (GZW) mit eigenem psychiatrischen Fachpersonal, wie aus dem entsprechenden Regierungsratsbeschluss hervorgeht.
Dies unter anderem, weil die meisten Transporte im Zusammenhang mit der psychiatrischen Versorgung inhaftierter Personen heute die Untersuchungshaft und dabei zu einem grossen Teil das GZW betreffen. «Kürzere Wege bedeuten geringere Sicherheitsrisiken, tiefere Kosten und eine spürbare Entlastung des Transportdienstes der Kantonspolizei», schreibt die Regierung.