Regierung trifft sich mit Landwirten aus der Region Surselva
Von den Herausforderungen im Umgang mit den Grossraubtieren sei die Landwirtschaft in besonderem Mass betroffen, schreibt die Standeskanzlei Graubünden in einer Mitteilung. Die Regierung habe Verständnis für die Sorgen und Erwartungen, welche die Landwirtschaft diesbezüglich habe und an die Gesellschaft und die Politik herantrage. Sie nehme die Bedürfnisse und Forderungen sehr ernst.
Stärkeres Abwehrverhalten von Rindern bei Wolfspräsenz
Aufgrund der jüngsten Vorkommnisse in der Surselva, aber auch im ganzen Kanton, sei zu erkennen, dass das Verhalten einzelner Wölfe und einzelner Rudel im Kanton zu Konflikten führen könne, heisst es in der Regierungsmitteilung weiter. In jüngster Zeit hätten Bauern beobachtet, dass Rindviehherden wegen der Wolfspräsenz in ihrem Verhalten gestört würden und vereinzelt auch Ziel von Übergriffen werden könnten, teilt der Kanton Graubünden mit.
Bisher habe es im Kanton selten Übergriffe von Wölfen auf Rinder gegeben, hält die Regierung fest. Aufgrund der bisherigen und der von den Fachleuten erwarteten weiteren Entwicklung der Wolfspopulationen würden die am Austausch beteiligten Fachleute des Kantons und die Vertreter der Landwirtschaft weiterhin nicht ausschliessen, dass unter besonderen Umständen auch Tiere der Rindergattung, insbesondere Jungtiere, vom Wolf gerissen und genutzt werden könnten und sich die Situation in absehbarer Zeit im gesamten Kantonsgebiet verschärfen könnte.
Regelmässiger Austausch nötig
Neben den negativen Folgen für die Landwirtinnen und Landwirte, wie sie beim Umgang zum Schutz und bei Rissen von Kleinvieh einschlägig bekannt sind, stellt das durch die Wolfspräsenz ausgelöste Abwehrverhalten von Rindern gemäss Regierung ein zusätzliches, neuartiges Problem dar. Das Verhalten von aufgescheuchten oder wegen der Nähe von Grossraubtieren beunruhigten Mutter- und Milchkühen sei bis anhin noch nicht vertieft thematisiert worden, heisst es. Insbesondere würden Erkenntnisse darüber fehlen, inwiefern sich damit ein Potenzial zur Gefährdung von Personen, die mit den Tieren arbeiten, und von Menschen, die sich in die Nähe der Herden begeben, auftue.