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Schweiz & Welt

Wölfe sollen im Kanton Glarus keine Peilsender bekommen

Südostschweiz
27.10.2023, 11:01 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Im April haben zehn Landräte und Landrätinnen von der SVP bis zu den Grünen eine Motion eingereicht. Sie wollen, dass Wölfe mit einem Sender überwacht werden und dann gezielt vergrault werden können. Dies, wenn sie sich in der Nähe von Siedlungen zeigen oder Nutztiere reissen und wenn die rechtlichen Bedingungen für einen Abschuss noch nicht erfüllt sind.

Getrackt werden sollen besonders Wölfe in einem Rudel sowie Wolfspaare, die Nutztiere reissen. In Rudeln, die bereits Schäden an Nutztieren verursacht hätten, sollten dauerhaft zwei Wölfe einen Sender tragen müssen, so der Vorstoss. Dadurch, dass man dank der Sender den Standort der Tiere kennt, sollten die Wildhüter sie gezielt vergraulen können. Bäuerinnen und Älpler sollten dank der Daten ihre Tiere besser schützen können.

Bevölkerung würde verunsichert

Der Regierungsrat weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass durch die Besenderung die Wölfe nicht in Echtzeit getrackt, sondern lediglich die Bewegungsmuster nachverfolgt werden können. «Insgesamt ist die Umsetzung der Motion in der angestrebten Form kaum möglich und eine Annahme der Motion würde falsche und nicht erfüllbare Erwartungen an die Behörden und das Wildtiermanagement wecken», schreibt der Regierungsrat weiter.

Die Forderung nach einer Veröffentlichung der Daten wäre aus wissenschaftlicher Sicht interessant. Laut Regierungsrat könnte das Bekanntsein der Bewegungsmuster der Wölfe aber zu einer Verunsicherung der Bevölkerung führen.

Vorstellen könnte sich der Regierungsrat, dass der Kanton bei einem nationalen Forschungsprojekt mitmacht, das den Ansatz von GPS-Senderhalsbändern verfolgt und so Rückschlüsse auf das Verhalten von Wölfen und Rindern geben soll. Nicht unterschätzt werden dürfe der personelle Aufwand für das Betäuben und Besendern, das nur von speziell ausgebildeten Personen vorgenommen werden dürfe. (eing)

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