Regierung ergreift keine verschärften Massnahmen
Die Zahl der Personen, die sich im Kanton in den vergangenen Tagen neu mit dem Coronavirus angesteckt haben, hat in den vergangenen Tagen wieder stark zugenommen, wie es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei heisst. In der vergangenen Woche gab es 39 neue Fälle. Dennoch verzichtet die Regierung bislang auf verschärfte Massnahmen. Sie hat ein Raster festgelegt, nach dem sie die Lage beurteilt.
«Damit will sie flexibel auf Veränderungen reagieren und eingreifen können», heisst es in der Medienmitteilung. Regierungspräsident und Gesundheitsdirektor Bruno Damann sowie Justiz- und Polizeidirektor Fredy Fässler informierten am Samstag die Öffentlichkeit über das weitere geplante Vorgehen. «Wir sprechen noch nicht von einer zweiten Welle», sagte Damann.
Hohes Risiko in Klubs
Ferienreisende, die aus einem Risikogebiet in die Schweiz zurückkehren, rief Damann auf, sich unbedingt an die zehntägige Quarantänepflicht zu halten. Die Arbeitgeber forderte er auf, dies wenn möglich zu kontrollieren. Er appellierte auch an die Klubbetreiber, ihre Verantwortung wahrzunehmen.
In den Klubs bestehe ein relativ hohes Ansteckungsrisiko, so Damann. Seien zu Beginn der Corona-Pandemie mehrheitlich ältere Personen am Virus erkrankt, würden jetzt vermehrt jüngere Leute positiv getestet. Da sich diese zumeist in einem grossen Umfeld bewegten, sei auch das Contact-Tracing, also das Nachverfolgen ihrer Kontaktpersonen, aufwendiger geworden.
Die Regierung unterstreicht in ihrer Medienmitteilung vom Samstag, dass die Bevölkerung eine Eigenverantwortung trägt. «Die Hygiene- und Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Wenn das nicht möglich ist und beim Umgang mit Risikogruppen, sollte eine Maske getragen werden», heisst es. Damann zeigte sich froh, dass der Bundesrat eine Maskenpflicht für den öffentlichen Verkehr beschlossen hat. Diese tritt heute in Kraft.
Drei Eskalationsstufen
Die Regierung arbeitet nun mit einem Raster mit drei Eskalationsstufen: Je nach Lage sind Prävention und Eigenverantwortung, Ausbruchsbekämpfung durch die Gesundheitsbehörden oder weitreichende Eingriffe durch die Regierung vorgesehen.