Regenphase konnte Trockenheit nur vorübergehend abschwächen
Die herbstlichen Niederschläge bis zum Wochenende haben die nach wie vor akute Trockenheit nur vorübergehend abschwächen können. Die Gesamtsituation bleibt angespannt, wie eine Sprecherin von Meteoschweiz auf Anfrage sagte.
Nach anhaltenden Wärmeperioden mit sommerlichen Temperaturen erlebte vor allem die Alpennordseite ab Donnerstag einige niederschlagsreiche Herbsttage, die «meteorologisch gesehen fast nach Lehrbuch» abliefen, wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) am Freitag in einem Blogbeitrag schrieb.
Auf der Alpennordseite seien 20 bis 40 Millimeter Niederschlagsmengen gemessen worden. Viele dieser Niederschläge seien jedoch in der trockenen Grundschicht auf der Alpennordseite verdunstet oder abgeflossen, hiess es.
In vielen Teilen der Schweiz blieb das Niederschlagsdefizit erhalten. «In den vergangenen 30 Tagen lagen die Niederschlagsmengen im Durchschnitt unter 50 Prozent der langjährigen Norm», teilte eine Sprecherin von Meteoschweiz am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Zum Teil seien gar Werte registriert worden, die nur 15 bis 35 Prozent des Normwerts erreichten.
Im Jura und im Mittelland werden in Fliessgewässern und Seen weiterhin ausgesprochen tiefe Wasserstände gemessen. An zahlreichen Messstationen würden so tiefe Abflüsse gemessen, wie sie statistisch nur alle 10 bis 30 Jahre auftreten würden. Am Hochrhein seien gar rekordtiefe Werte gemessen worden.
Nach wie vor hohe Waldbrandgefahr
Das wirkt sich auch auf die Waldbrandgefahr aus. Auf der Gefahrenkarte des Bundesamts für Umwelt (Bafu) zieht sich vom Wallis bis St. Gallen ein Streifen der grossen Gefahrenstufe durch die Schweiz. In Teilen des Oberwallis ist die Waldbrandgefahrenstufe sogar als «sehr gross» ausgewiesen.