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Schweiz und Welt

Redebedarf wegen Namenswechsel

Patrick Kuoni
29.10.2020, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Die CVP Schweiz hat kürzlich eine Urabstimmung unter allen Mitgliedern durchgeführt. In dieser ging es um eine mögliche Namensänderung von CVP zu «Die Mitte». Diese Namensänderung stiess auf Zustimmung. Über 60 Prozent sprachen sich für den neuen Parteinamen aus. Nun braucht es noch das Ja der CVP-Delegiertenversammlung, die am 28. November stattfinden soll. Laut Statuten der Partei ist der Entscheid der Urabstimmung für die Delegierten verbindlich.

Fusionspläne mit Einfluss

Allerdings können Kantonalparteien beim alten Namen bleiben, sofern dies gewünscht wird. Mit der Walliser CVP hat sich bereits eine erste Kantonalpartei in diese Richtung geäussert. Wie sieht das in Graubünden aus? «Graubünden hat eine andere Ausgangslage als das Wallis, da es auch eine BDP Graubünden gibt», sagte CVP-Präsident Kevin Brunold gegenüber TV Südostschweiz. «Wenn die Fusion mit der BDP an der Delegiertenversammlung angenommen wird, wird die BDP eine Schwesterpartei und somit müssen wir auch dieses Verhältnis zueinander klären.» Er sei jedoch froh, dass nun Klarheit herrsche und das Ergebnis zum Namenswechsel klar ausgefallen sei.

Brunold hielt fest: «Am Gedankengut ändert sich durch den Namenswechsel nichts. Mir gefällt sehr gut, dass die Begriffe Freiheit, Solidarität, Verantwortung im Zentrum stehen.» Diese Begriffe würden auf dem Wertekonzept basieren, welches die CVP bereits jetzt gelebt habe. Der CVP-Präsident gab aber auch zu bedenken: «Für uns ist der Namenswechsel schon eine Herausforderung.» Der Wechsel sei nicht wegen der Bergkantone angeregt worden, da man sich dort sehr an das «C» im Parteinamen gewöhnt habe. «Wir müssen unseren Wählern aufzeigen, dass wir dieselben bleiben, aber mit einem anderen Namen in die Zukunft gehen.»

Nicht nur Begeisterung

Gemäss dem CVP-Schweiz-Präsidenten Gerhard Pfister hatte es neben dem Wallis auch aus Graubünden vereinzelt kritische Stimmen zur Namensänderung gegeben. «Ich nehme die Meinungen der Mitglieder sehr ernst und höre gut zu, was sie sagen. In einer nächsten Phase wird es nun sehr wichtig sein, den Dialog mit den Parteimitgliedern zu führen und zusammen zu eruieren, wie der Weg aussehen soll», meinte Brunold. Das oberste Ziel sei, dass man die Mitglieder der Partei zusammenhalten könne. Dabei wird auch die Fusion mit der BDP weiter ein Thema bleiben, die durch den Namenswechsel nun noch wahrscheinlicher geworden ist.

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