Raus aus dem «Hennestall»
Chur ist bekanntlich Hauptort unseres Kantons, sodass für gewöhnlich die kantonalen Parlamentarier dort zur Session zusammenkommen. Doch das Grossratsgebäude ist angesichts der derzeitigen Pandemie eine ziemlich unpassende Einrichtung. Wegen enger Platzverhältnisse musste ein weiteres Mal eine Alternative gesucht werden.
Denn der Saal in Chur sei wie ein «Hennestall», war von gewissen Grossräten zu hören. Wären die Parlamentarier Hühner, würden diese sicher kein Bio-Label erhalten – so eng sei es dort, spottete man. Nun haben die Grossrätinnen und Grossräte aber Platz en masse, denn sie treffen sich wie bereits letzten Dezember im Kongresszentrum Davos. Im Vorfeld der Session wurden am Montagmorgen Schnelltests durchgeführt, ehe die Debatten am Nachmittag beginnen konnten. Am Donnerstag war dann Schluss, und es galt, die Heimreise anzutreten, denn die meisten logierten in einem Hotel.
Ein Heimspiel war das politische Event natürlich für die sechs Davoser Mitglieder. Sowohl alt Landammann Tarzisius Caviezel als auch der amtierende Philipp Wilhelm freuten sich, dass «ihr» Davos bereits zwei Mal Gastgeber sein durfte.
Doch was halten die anderen Grossräte von Davos? Die DZ schaute während einer Kaffeepause vorbei und fragte die Politiker, wie es ihnen im Landwassertal so gefällt.
Dem Churer Andri Perl, der höchstwahrscheinlich am Samstag zum neuen Kantonalpräsidenten der SP gewählt wird, gefällt es in Davos. «Es tut dem Grossen Rat gut, auch mal andere Gebiete im Kanton zu sehen», meint er. Viel von Davos sehe er leider dennoch nicht, da es diesmal eine «strenge» Session sei.
«Mehr Zeit für überparteiliche Gespräche», das gefällt diesen drei Herren. Zudem sei es in Davos entschleunigter als in Chur, finden Michael Pfäffli (FDP, St. Moritz), Lorenz Alig (FDP, Ilanz) und Maurus Tomaschett (CVP, Ruis) (v.l.). Während ansonsten hin und wieder exklusive Events im Rahmen der Sessionen stattfinden, müsse man derzeit darauf verzichten – etwas, das Alig vermisst.