Rast scheidet nach Halbzeit-Führung aus – Kristallkugel für Scheib
Die Entscheidung im Kampf um die Riesenslalom-Kristallkugel fällt in Are klar zugunsten von Julia Scheib aus. Die Österreicherin siegt, Camille Rast scheidet aus.
Julia Scheib holte sich in Schweden ihren fünften Saisonsieg mit 0,36 Sekunden Vorsprung vor der Amerikanerin Paula Moltzan, Dritte wurde die Neuseeländerin Alice Robinson (0,75 s zurück).
Die 27-jährige Steirerin stellte damit auch in der Riesenslalom-Wertung auf höchst souveräne Art und Weise ihren Triumph sicher. Bei einem noch ausstehenden Rennen beträgt ihr Vorsprung 189 Punkte auf Camille Rast.
Wermutstropfen Olympia
«Es fühlt sich unglaublich gut an. Ich habe selten so einen Fight gehabt wie jetzt im zweiten Durchgang», sagte Scheib im ORF-Interview. Sie habe für den Sieg «alles reingelegt». Nach ihrem doppelten Triumph verspürte die Österreicherin «Erleichterung und pure Freude».
Einziger Wermutstropfen in dieser für sie grandiosen Saison ist das Verpassen einer Medaille an den Winterspielen. «Wenn man so eine Saison hat, will man natürlich eine Medaille holen», so Scheib, die zugab, dass sie nach Cortina «ein bisschen zu kämpfen» hatte. Trotzdem gelang es ihr, die Enttäuschung von Olympia zu verarbeiten und schnell genug abzuhaken. Belohnt wurde Scheib mit der Riesenslalom-Kristallkugel. Die letzte ÖSV-Fahrerin, die in dieser Wertung gewonnen hatte, war Eva-Maria Brem in der Saison 2015/16 gewesen.
Erstmals keine Punkte für Rast
Die Halbzeit-Leaderin Rast wusste vor dem Start um die schwierige Ausgangslage. Da sie mit 89 Punkten Rückstand auf Scheib nach Skandinavien gereist war und diese im Klassement nun vorne lag, hätte ihr im «Kugel-Kampf» nur ein Sieg – es wäre erst ihr zweiter in der Disziplin Riesenslalom gewesen nach demjenigen Anfang Januar in Kranjska Gora – weiterhelfen können.
Die Walliserin nahm deshalb wie schon am Morgen, an welchem sie mit elf Hundertsteln Vorsprung vor Scheib die Bestzeit fuhr, viel Risiko – und schied bereits nach wenigen Toren aus. Es war im 17. Weltcup-Einsatz der Saison der erste Nuller für die 26-Jährige, die seit Ende November in jedem Rennen mindestens Platz 4 belegt hatte.