Rassismus-Eklat: Franzosen kündigen rechtliche Schritte an
Eine Politikerin aus Paraguay beschimpft Kylian Mbappé übel. Nicht nur der Spieler reagiert. Auch in seiner Heimat ist die Empörung über Celeste Amarilla de Boccia gross.
Frankreichs Fussballverband will nach den rassistischen Beleidigungen seines Offensivstars Kylian Mbappé juristisch gegen die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia vorgehen. Ihre Bemerkungen seien «verabscheuungswürdig und inakzeptabel», hiess es unter anderem in einem Statement des Verbands. Man werde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft stellen, um rechtliche Schritte einzuleiten.
«Ich sichere unserem Captain, den Spielern und ganz allgemein allen Opfern solch abscheulicher Äusserungen meine volle Unterstützung zu», schrieb Verbandspräsident Philippe Diallo bei X. «Die Spieler der französischen Nationalmannschaft repräsentieren Frankreich. Es ist unser Land, das hier beleidigt wird.» Die Äusserungen seien «strafbar» und «verwerflich».
Auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron meldete sich zu Wort. «Ein weiteres Tor für Kylian Mbappé. Diesmal gegen Rassismus», teilte der 48-Jährige bei X mit. «Ich unterstütze ihn voll und ganz. Wenn Worte verletzen, setzen unsere Werte ein Zeichen: Würde, Respekt, Brüderlichkeit.»
Wüste Schimpftirade aus Paraguay
Amarilla de Boccia hatte Mbappé nach dem hitzigen WM-Achtelfinal zwischen Paraguay und Frankreich (0:1) in den sozialen Medien als «Trottel» bezeichnet, der nicht mal schreiben gelernt habe. «Statt Muttermilch hat er Kokosnüsse ausgesaugt, und das Gebildetste, was er je gehört hat, waren Schimpansen. Hättest du ihm doch den Mittelfinger gezeigt, Orlando Gill. Ich mache das im Senat auch, und da passiert überhaupt nichts!!!»
Während des Duells zwischen Frankreich und Paraguay am Samstag in Philadelphia war Mbappé immer wieder hart attackiert worden, er hatte aber auch ausgeteilt. Nach Spielende verweigerte er Paraguays Keeper Orlando Gill den Handschlag und feierte mit einer provokanten Geste.