«Rasen war für mich immer die grösste Herausforderung»
Stan Wawrinka zeigt sich vor seiner Derniere in Wimbledon dankbar und kämpferisch. Und er erklärt, warum er auf Rasen am meisten Mühe hat, er das Traditionsturnier aber dennoch liebt.
Wimbledon war vielleicht der Ort, an dem die Wildcard für Stan Wawrinkas Abschied am ehesten auf der Kippe stand. Im Gegensatz zu Australien, Paris und US Open triumphierte er auf dem Rasen in London nie, zwei Viertelfinals (2014, 2015) sind die Bestresultate. Entsprechend dankbar ist der 41-jährige Waadtländer über die Einladung, nachdem er letztes Jahr leer ausgegangen war.
«Eine Wildcard ist nie selbstverständlich», betont er vor seiner Erstrundenpartie am Dienstag gegen Matteo Berrettini. «Ich bin super glücklich und super dankbar.» Auch wenn er primär auf Sandplätzen gross wurde und in jungen Jahren vor allem das French Open verfolgte, packt die Magie von Wimbledon auch den dreifachen Grand-Slam-Champion. «Ich erinnere mich an eines meiner ersten Turniere hier, als ich auf dem kleinen Platz 4 oder 5 im fünften Satz 11:9 gegen Ivo Karlovic gewann», blickt Wawrinka zurück. Das war vor 20 Jahren in der 2. Runde. «Man konnte auch auf die anderen Plätze sehen, das gibt es nur hier. Jeder, der hierherkommt, spürt die Geschichte des Tennis, das ist wirklich speziell.»
Mehr erreicht als erträumt
Natürlich gebe es immer ein paar Sachen, die man hätte besser machen wollen. Doch Wawrinka hat auch eine Erklärung, warum er sich auf Rasen schwerer getan hat als auf anderen Belägen. «Die Vorbereitung ist kurz. Für mich war es immer besser, wenn ich ein bisschen Zeit hatte, um mich vorzubereiten.» Nicht umsonst verglich sich Wawrinka in der Vergangenheit immer wieder mit einem Diesel, der nicht gleich von null auf hundert durchstarten kann, sondern etwas Anlaufzeit braucht.
Dennoch habe er auf dem berühmten Centre Court gespielt. Zum Beispiel 2009, als erstmals eine Partie unter dem neuen Dach stattfand (gegen Andy Murray), oder 2014 im Viertelfinal gegen Roger Federer. «Generell habe ich natürlich viel mehr erreicht, als ich mir je hätte erträumen können.»