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Schweiz und Welt

Rapperswiler Promenade entvölkert sich

Pascal Büsser
18.03.2020, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Das Bild kontrastierte stark mit den Nachrichten auf allen Kanälen. Am Freitagnachmittag hatte der Bundesrat beschlossen, die Schulen für den Unterricht zu schliessen. Sportverbände verkündeten reihum die Einstellung des Meisterschaftsbetriebs. Das Sozialleben in der Schweiz schien eingefroren.

Doch wer am Sonntag am Rapperswiler Fischmarktplatz vorbeikam, dem präsentierte sich ein völlig anderes Bild. Angelockt vom schönen Frühlingswetter schlenderten Grosseltern mit Enkeln zwischen den Knie-Elefantenfiguren, sassen fidele Senioren im Café «Rosenstädter» an der Sonne und standen Menschen für eine «Dieci»-Glace Schlange. Von Sorge wegen des Coronavirus war nichts zu sehen, von «Abstand halten» bei diversen Menschen, auch solchen aus der «altersmässigen Risikogruppe», keine Spur. Für viele ein ganz normaler Frühlingstag, wie es schien. Das sorgte auch auf Facebook für hitzige Diskussionen.

Am Montag sassen dann deutlich weniger Gäste in den Gartenrestaurants. An einem schönen Wochentag kann das Abstandhalten also einigermassen funktionieren. Mit dem Entscheid zur Schliessung aller Restaurants und Cafés hat der Bundesrat nun aber komplett den Riegel geschoben. Er wollte offensichtlich nicht mehr auf die Vernunft der Bürger hoffen. Die Auswirkungen waren gestern sichtbar. Nur noch Einzelne bewegten sich in der Rapperswiler Altstadt.