90 Jahre Ralph Hirschle
Sein Vater Rudolf war Maschinist auf der Schatzalp und der kleine Ralf folgte seinem grossen Vorbild bald in das Innere der grossen Maschinen. Vom Kindergarten bis Schulende ging es täglich mit der Bahn an den Platz. Dann kam der Moment der Berufswahl. «Ich hätte auch Koch werden können, doch das gefiel mir gar nicht.» Also machte er in Chur eine Mechaniker-Lehre gefolgt von einer Weiterbildung in Elektrotechnik. Heimisch wurde Hirschle da nie. Die Wochenenden verbrachte er immer auf der Schatzalp, wo er zur Feuerwehr gehörte und er oft bei verschiedensten Aufgaben aushalf. «Am 1937 auf der Schatzalp als zweiten in der Landschaft erbauten Skilift lernte ich Skifahren und war über viele Jahre als Rennschlittler unterwegs.» So griff er zu, als 1960 bei der 1957 erbauten Strela-Gondelbahn mit dazugehörigen Skiliften eine Stelle als Maschinist frei wurde. Schon drei Jahre später hatte er die Chance, zur Jakobshornbahn zu wechseln. «Das waren zwei Grosskabinenbahnen und noch einmal spannender.»
Doch schon 1965 wurde Hirschle als technischer Leiter zum Bau und der Montage sämtlicher Anlagen auf Pischa geholt. Der Pischabahn blieb er bis zu seiner Pensionierung 1995 treu. Mit einem Team von zwischen acht und zehn Festangestellten und im Winter bis zu 30 Saisonniers betreute, und unterhielt er die Bahn, wie auch die vier Skilifte sowie die ganzen technischen Installationen der Stationen und des Restaurants. «Mit dem Pischabus fuhr ich am Morgen jeweils zum Bahnhof, wo die Mitarbeiter warteten, um sie hoch zur Pischa-Talstation zu bringen», erzählt Hirschle von einer längst vergangen Zeit. Daneben besorgte er mit seinem Team auch die Pistenpräperation und den Unterhalt der Wanderwege. In seiner Funktion war er auch Mitglied beim Schweizerischen Seilbahn-verband und nahm regelmässig an deren Fachtagungen sowie anderen Fortbildungen teil.
Nach der Pensionierung konnte er zusammen mit seiner Frau Athina seiner Reiselust frönen und besuchte über die Jahre fast alle Kontinente. Doch sie kehrten immer wieder gerne in ihr Zuhause an der Pischastrasse zurück, das sie seit mehr als einem halben Jahrhundert bewohnen.
Am Samstag darf Hirschle den runden Geburtstag bei guter geistiger und körperlicher Gesundheit zusammen mit der Familie zünftig feiern. Wo? Natürlich auf der Schatzalp, wo alles begann.