Rafel Navarro: «Am Ende zählt das Resultat»
Das Schweizer Frauen-Nationalteam startet am Dienstag gegen Nordirland in die WM-Qualifikation. Der Weg an die Endrunde 2027 in Brasilien wird steinig. Trotzdem ist Trainer Rafel Navarro optimistisch.
Hühnerhautstimmung in Basel bei der Eröffnungsfeier, Ekstase in Genf nach dem Last-Minute-Treffer von Riola Xhemaili, ein Fanmarsch der Superlative in Bern vor dem Viertelfinal gegen Spanien: Die Bilder der Heim-EM vom letzten Sommer sind noch omnipräsent. Das knapp vierwöchige Fussballfest hat eine Euphorie um den Frauenfussball entfacht und ein ganzes Land in seinen Bann gezogen.
Die Schweiz als Gruppenfavorit
Sieben Monate sind seither vergangen. Statt sich im Scheinwerferlicht des Grossanlasses zu sonnen, steht für die Nati der Alltag an. Und dieser heisst WM-Qualifikation. Nach dem sang- und klanglosen Abstieg aus der Liga A der Nations League bestreitet die Schweiz die Qualifikationsphase in der Liga B. Heisst: Der Weg an die Endrunde 2027 in Brasilien gestaltet sich umso schwieriger.
Vier der insgesamt elf fixen europäischen Startplätze gehen an die Gruppensieger der Liga A. Die anderen Tickets werden über Playoffs vergeben, die in zwei Runden mit Hin- und Rückspielen ausgetragen werden. Diese erreicht die Schweiz, wenn sie ihre Vierergruppe in der Liga B nicht auf dem letzten Platz abschliesst. Gewinnt sie ihre Gruppe, geht sie zumindest in der 1. Playoff-Runde einem Team aus der Liga A aus dem Weg. Für die SFV-Auswahl, die in der aktuellen Weltrangliste Platz 25 belegt, muss dies in einer Gruppe mit Nordirland (Nummer 44), der Türkei (58) und Malta (88) das Ziel sein.
Ein neuer Spielstil
«Wichtig für uns ist es, die sechs Spiele zu gewinnen. Was dann kommt, werden wir sehen», wollte Rafel Navarro am Tag vor der Partie in Lausanne noch nicht zu weit in die Zukunft blicken. Der Katalane ist seit November im Amt als Cheftrainer. Er ersetzte Pia Sundhage, deren Vertrag nach der EM nicht verlängert wurde. Navarro steht – anders als die Schwedin – für Offensivfussball. Vor seinem Engagement beim SFV arbeitete der Katalane als Assistenztrainer des FC Barcelona, dem wohl besten Frauenteam der Welt, das drei der letzten fünf Champions-League-Titel holte.