Proteste in Italien: Blockierte Autobahnen und leere Regale
In Regionen wie Apulien oder Kalabrien hat dies bereits zu Versorgungsengpässen geführt. Die Proteste richten sich insbesondere gegen drastisch gestiegene Diesel-Preise, aber auch gegen hohe Mautkosten sowie die verzögerte Auszahlung von staatlichen Hilfen.
Auf wichtigen Verkehrsachsen des Landes wie den Autobahnen A1 und A30 kam es durch die Blockaden zu langen Staus. Auch Raffinerien sowie Zufahrten von Häfen wurden blockiert. Den Protesten haben sich auch Landwirte und Spediteure angeschlossen.
Verlangt werden sofortige Steuererleichterungen wie die vollständige Befreiung von Agrardiesel und konkrete Zusagen der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die rechte Regierungschefin hat Gespräche zugesagt.
Kein Benzin mehr an Tankstellen, kein Obst in Supermärkten
Betroffen sind hauptsächlich die Regionen Apulien und Kalabrien sowie Italiens grösste Mittelmeerinsel Sizilien. An manchen Tankstellen dort sind Benzin und Diesel ausgegangen. Aus Supermärkten gibt es Berichte über komplett leer geräumte Regale.
Vor allem frische Produkte wie Obst und Gemüse sind Mangelware, aber auch andere Lebensmittel waren teils nicht mehr zu bekommen.
Die gestiegenen Lebenshaltungskosten – das «caro vita», das teure Leben – sind in Italien bereits seit Monaten ein landesweites Dauerthema. Im September lag die Inflationsrate bei 4,2 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 3,3 Prozent.
Demgegenüber sind die Löhne, die im Durchschnitt ohnehin niedriger liegen als in vielen anderen europäischen Ländern, seit Jahren real nicht gestiegen.