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Schweiz und Welt

Projekt «Klimafreundliche Landwirtschaft Graubünden» startet

Südostschweiz
24.09.2020, 12:18 Uhr
heute um 14:32 Uhr

Die Landwirtschaft ist schweizweit für rund 13 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Reduktion der Treibhausgase und die Anpassung an den Klimawandel gehören zu den wichtigsten umwelt-, gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte, schreibt die Bündner Regierung in einer Mitteilung. Die Landwirtschaft verfügt über ein relativ grosses Potenzial zur Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen sowie zur langfristigen Bindung von CO2 in den Böden. Entsprechend soll sie auch ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Das steigende Klimabewusstsein der Bevölkerung berge Chancen für die Landwirtschaft, heisst es weiter. So könne sich die Landwirtschaft in der klimafreundlichen Produktion von Nahrungsmitteln und im Bereich der Produktion erneuerbarer Energie etablieren. Ausserdem könne sie als Akteurin dienen, welche durch Humusaufbau CO2 dauerhaft im Boden speichert. Zudem steige das Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten für Produkte aus einer klimafreundlichen Landwirtschaft.

Der Wandel soll initiiert werden

In der Praxis sei die Wirksamkeit der Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen in der Landwirtschaft kaum erprobt. Erfahrungswerte zur Umsetzbarkeit und Akzeptanz unter Praxisbedingungen fehlen weitgehend. Einerseits soll mit dem Projekt der Wandel zu einer klimaschonenden Landwirtschaft initiiert werden. Andererseits sollen auch konkrete Grundlagen für die Bündner Landwirtschaftsbetriebe zwecks erfolgreicher Positionierung im Markt mit klimaschonend produzierten Nahrungsmitteln geschaffen werden.

Treibhausgas-Ausstoss um 50 Prozent senken

Ziel ist unter anderem, den Treibhausgas-Ausstoss der Bündner Landwirtschaft von geschätzt 270'000 Tonnen CO2 jährlich um 50 Prozent zu reduzieren, heisst es in der Mitteilung weiter. Zur Erreichung dieses Ziels sollen in den Jahren 2021 bis 2025 auf 50 repräsentativen Bündner Landwirtschaftsbetrieben Pilotprojekte und Innovationsmassnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstosses umgesetzt und erprobt werden. Ab dem Jahr 2026 sollen die Massnahmen, die sich bewährt und sich als massentauglich herausgestellt haben, auf die ganze Bündner Landwirtschaft ausgedehnt werden. (hin)

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