Auszeichnung für eine zukünftige Polarforscherin
Die britisch-amerikanische Astrophysikerin Cecilia Payne-Gaposchkin (1900 bis 1979) wies im Rahmen ihrer Doktorarbeit nach, dass Sterne überwiegend aus Wasserstoff und Helium bestehen. Das stand im Gegensatz zur damaligen Meinung, dass die chemische Zusammensetzung der Sterne derjenigen der Erde entspreche. Payne bewies damit ausserdem, dass Wasserstoff das am häufigsten vorkommende Element im Universum ist. 1956 wurde sie als erste weibliche Professorin für Astronomie an der Universität von Harvard in Boston Massachusetts habilitiert. Die in ihrem Namen vergebene Medaille wird innerhalb der Gruppe Plasmaphysik der IoP für herausragende Beiträge zur Plasma-, Sonnen- oder Weltraumphysik vergeben. Sie wurde dieses Jahr der Direktorin des PMOD/WRC, Louise Harra, zugesprochen.
Grundlagenforschung
Sie erhält den Preis für «bahnbrechende Beiträge zur Entwicklung von Bildgebungs- und Spektroskopieinstrumenten im extrem ultravioletten Bereich (EUV) für Sonnenmissionen und deren Anwendung zum besseren Verständnis der dynamischen Aktivitäten auf der Sonne», heisst es in der Würdigung. Die Medaille reiht sich in eine lange Liste bereits erhaltener Auszeichnungen ein. Trotzdem freut sich die gebürtige Irin über diese erneute Anerkennung ihrer Arbeit zur Sonne, die mit dem Satelliten «Hinode» ihren Anfang nahm. An diese Arbeit schloss nahtlos die Leitung des Teams des Solar-C «Solar Spectral Irradiance Monitors» an. «Während ihrer gesamten Laufbahn hat Louise Harra einzigartige Beiträge zu unserem Verständnis grundlegender Fragen im Zusammenhang mit den Prozessen geleistet, die eine explosive Energiefreisetzung in der Sonnenatmosphäre auslösen und die Bildung des Sonnenwindes vorantreiben», heisst es in der Laudatio weiter. Harra wurde die Co-Leitung des EUV Imager (EUI) der Solar Orbiter Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA anvertraut. Dieses Instrument wurde genau wie SPICE, ein hochauflösendes, abbildendes Spektrometer für EUV, am PMOD/WRC entwickelt und gebaut. 2019 kam Harra an das Institut und übernahm die Leitung. Daneben hält sie einen Lehrstuhl in Sonnenphysik an der ETH.