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Schweiz und Welt

Poststellenleiterin nimmt Abschied

Südostschweiz
15.06.2020, 04:30 Uhr
vor 55 Minuten

von Fridli Osterhazy

Am 19. Juni tritt Lisa Speich-Longatti (Bild), Leiterin der Poststelle Näfels in den (vorzeitigen) Ruhestand. Eine rund 30-jährige Ära geht damit zu Ende. Die stets lebenslustige und beliebte Chefin wusste Fachkompetenz, hohes Verantwortungsgefühl, Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und Fröhlichkeit unter einen Hut zu bringen. Es war noch 1991 ein absolutes Novum, dass eine Frau als Postverwalterin in Näfels zuerst interimsweise, dann definitiv wirken sollte: Lisa Speich war die erste Frau in dieser Position im ganzen Postkreis St. Gallen.

Nach dem Schock kommts gut

Die in Rehetobel aufgewachsene Lisa machte nach der Verkehrsschule eine Lehre als Betriebssekretärin in Heiden und St. Gallen, wurde aber 1980 nach Glarus «versetzt» – für sie ein Schockerlebnis. Doch startete sie so gut, dass sie schreibt:«Ich fühlte mich vom ersten Tag an sehr wohl und akzeptiert». Die lernbegierige einzige Frau unter lauter Männern bewährte sich als Allrounderin, am Schalter, auf der Bahnpost und auf dem Checkamt (heute Postfinance). 1991 wurde sie nach Näfels berufen und erhielt sehr rasch das Vertrauen ihrer Vorgesetzten und der Näfelser Bevölkerung. Sie stand vier Betriebsassistentinnen und acht Postboten vor. Ihre Tüchtigkeit, Beliebtheit und Hilfsbereitschaft sind sprichwörtlich.

Fast 30 Jahre sorgte sie im Rautidorf für zuverlässigen, reibungslosen Ablauf des Postverkehrs. Dabei hatte sie in der Zeit viele Post-Reorganisationen auszuhalten. Heute sind die Postboten ausgelagert, und die Poststelle wurde personell immer mehr gestrafft.

Glücklich verheiratet mit Walter Speich aus der gleichen Branche, ist Lisa auch in der Freizeit kaum zu halten. Als durchtrainierte Sportlerin ist sie leidenschaftliche Bergwanderin und -kletterin (Matterhorn-geprüft), Walensee- und Klöntalersee-Schwimmerin, Bikerin (mal rasch auf den Fridlispitz!), Tänzerin (die Fasnacht lässt grüssen) und obendrein eine vorzügliche Köchin in ihrem gemütlichen Heim im «Gwölb» Mollis. Mit ihrem Abschied geht eine Ära zu Ende.