Post spürt die EU-Zollpauschale für Pakete aus Drittstaaten
Die EU-Zollpauschale für Pakete aus Drittstaaten hat sich laut Konzernchef Pascal Grieder auf die Post ausgewirkt. Die Zahl der verschickten Pakete in die EU brach im «mittleren zweistelligen Prozentbereich» ein, wie Grieder der «Schweiz am Wochenende» sagte.
«Allerdings dürfte sich das auch wieder etwas normalisieren», sagte der Chef der Schweizerischen Post im Interview vom Samstag. Dies habe eine ähnliche Abgabe in den USA gezeigt, bei der die Auswirkungen am Anfang am stärksten gewesen seien.
Grieder steht der Massnahme eines Zolls von drei Euro pro Artikel skeptisch gegenüber. Er bezweifle, «ob das Ziel, den Markt vor chinesischen Importen zu schützen, erreicht wird», sagte er. Unternehmen wie der chinesische Billig-Onlinehändler Temu würden in Europa grosse Warenlager aufbauen und die Pakete von dort aus verschicken. So entfalle die Gebühr.
Massnahmen gegen Paketflut von Billigprodukten
Der Zoll von 3 Euro pro Produkt aus einem Drittland wird in der EU seit Juli erhoben. Für die Gebühr sind eigentlich die Verkäufer oder Importeure verantwortlich. Manche Händler reichen die Pauschale aber an Verbraucher weiter, die somit mehr zahlen müssen.
Unabhängig davon gilt für Importe aus Drittländern in die EU ab 1. November eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro, wie aus einem Dokument der Europäischen Kommission hervorging. Für die Zahlung sind nach Angaben der EU-Staaten die Online-Handelsplattformen zuständig. Die neuen Regeln dürften etwa Online-Händler wie Shein, Temu, oder AliExpress betreffen. Die EU will mit der Gebühr gegen die Flut an Billigpaketen vorgehen.