Plock/Brunner visieren beim Heim-Weltcup auf dem Rotsee an
Jonah Plock und Patrick Brunner überwinden auf ihrem Weg an die Spitze viele Widerstände. Ab Freitag wollen sie am Heim-Weltcup auf dem Luzerner Rotsee überzeugen.
Resilienz, also Widerstandsfähigkeit, zählt zu den wichtigsten Eigenschaften im Spitzensport. Auch deshalb schaffen es viele frühe Top-Talente nicht ganz nach oben: Sie haben nie gelernt, mit Rückschlägen umzugehen. Bei Jonah Plock und Patrick Brunner, WM-Dritte im Zweier ohne, ist das Gegenteil der Fall.
Plock nahm nie an U23-Weltmeisterschaften teil. «Im ersten Jahr merkte ich früh, dass es dafür nicht reicht», erzählt der Athlet des Ruderclub Rapperswil-Jona im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Ich fing damals mit meinem Studium (Jus) an, dann war alles zu viel.» Er ruderte zwar im Verein weiter, trainierte aber nicht auf internationalem Niveau.
Rasanter Aufstieg nach erster Elite-WM
Dennoch stellte sich Plock nie die Sinnfrage. Für ihn war klar, dass er weitermacht, doch setzte er sich mit dem Warum auseinander. Die Antwort erhielt er 2022, als er im Alter von 24 Jahren erstmals an einer Elite-WM teilnahm, nachdem er während der Corona-Zeit zu Hause auf dem Velo ein Trainingsvolumen wie nie zuvor absolviert hatte. Zwar schaute im Zweier ohne zusammen mit Maurin Lange nicht mehr als der Sieg im C-Final heraus, doch als er den A-Final von der Tribüne aus sah, riss ihn das enorm mit; er wusste, dass er weitere Weltmeisterschaften erleben möchte.
Danach ging es rasant aufwärts. An der WM 2023 qualifizierte er sich mit dem Doppelvierer für die Olympischen Spiele im darauffolgenden Jahr in Paris, wo der 6. Rang herausschaute. Zuvor gewann er in diesem Boot EM-Silber. «Ich hatte die Freiheit, nichts zu verlieren, aber gleichzeitig alles zu gewinnen, weil ich Rennen fahren und mit Leuten rudern kann, die ich seit Jahren kenne», sagt Plock. «Vielleicht war es auch gut, dass ich darauf vertraut habe: Wenn ich das mache, was ich für richtig halte, kommt es irgendwie gut.»