«Plitsch Platsch Forever!» gibt Kindern eine politische Stimme
«Plitsch Platsch Forever!» von Natascha Beller ist mehr als farbenfroher Kinospass zum Thema Freundschaft. Der neue Kinderfilm um die Rettung einer Badi liefert wertvollen Stoff für den Schulunterricht.
Besser könnte der Sommer nicht starten: Die elfjährige Pola (Neah Hefti) trifft sich so oft es geht mit ihrer besten und einzigen Freundin Polly (Zazie Mawete) im Plitsch Platsch. So heisst das Rotwiler Freibad, in dem die beiden nicht nur ins kühle Nass, sondern auch in ihre ganz eigene bunte Freundinnenwelt abtauchen. Pollys Mütter betreiben den dortigen Imbiss, weshalb den Mädchen die Badi-Speisekarte ebenso vertraut ist wie die Stammgäste, die täglich eintrudeln. Im Sommer ist das Plitsch Platsch ihr zweites Zuhause.
Doch dann ist plötzlich Schluss. Wegen eines technischen Defekts schliesst das Freibad per sofort seine Türen – und es kursieren Gerüchte, dass das Gelände bald verkauft und überbaut werden soll. Ebenso unverhofft wie diese Hiobsbotschaft kommt für Pola die Nachricht, dass Polly mit ihren nun arbeitslosen Eltern noch in diesem Sommer nach Toronto zieht. Für das Mädchen bricht eine Welt zusammen.
Bis zu diesem Zeitpunkt fällt «Plitsch Platsch Forever!» vor allem durch seine kunstvolle, lichtdurchflutete Ästhetik auf. Die Szenerien sind farbstark und die Requisiten sorgfältig ausgewählt. Die Kleider, die Beizenstühle, die aufblasbaren Schwimmhilfen, der Spielzeugautomat, der «Plitsch Platsch»-Schriftzug – eine Ausstattung zwischen Retro Chic und Kitsch. Nur schon, wenn man den Film anschaut, fühlt es sich an, als würde einem die Sonne direkt ins Gesicht scheinen. Das verstärkt das Gefühl, als liege man auf einem Frotteetuch mitten im Geschehen. Und ausgerechnet jetzt soll der Badispass vorbei sein?
Kinder nutzen die Mittel der Demokratie
Das filmpädagogische Begleitmaterial, das zum heutigen Kinostart (16. April) von «Plitsch Platsch Forever!» auf der Website des Vereins Kinokultur für die Schule einsehbar sein wird, hebt direkte Demokratie, Lokalpolitik, Kinderrechte, Adultismus und Mitbestimmung, Freundschaft oder Verantwortung als relevante Themen des Films hervor. Was nach komplexem und überladenem Inhalt klingt, ist im Film aber ebenso leichtfüssig und unterhaltsam erlebbar, wie die glücklichen Minuten bis zur Schliessung des Plitsch Platsch.