Pflegende Angehörige erhalten eine Stimme
Herausgegeben wurde das Heft «Du & Ich – Betreuende und Betreute in Graubünden» von Curvita, dem Verein für pflegende Angehörige. Die Auflage beträgt 30 000 Exemplare, die kostenlos an die Bündnerinnen und Bündner abgegeben werden, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Im Heft finden sich Artikel in allen drei Kantonssprachen.
Das erste Exemplar wurde gestern Morgen vor dem Haus der Bewegung am Hofgraben in Chur an Regierungsrat Peter Peyer überreicht. «Pflegende Angehörige sind im Moment mehr gefordert, als sie es sonst schon sind», betonte der Bündner Gesundheitsdirektor. «Es ist das Verdienst aller, die am Magazin ‹Du&Ich› mitgearbeitet haben, den pflegenden Angehörigen gerade jetzt eine Stimme und ein Gesicht zu geben.» Peyer verwies auf das Titelbild des Hefts, das zwei Schwestern aus dem Engadin zeigt. Das spreche für sich, meinte er. Denn Angehörigenpflege werde zum grossen Teil von Frauen geleistet. Die Politik nehme das Thema ernst, so Peyer. Neben vorhandenen Beratungs- und Unterstützungsangeboten steht laut Peyer die Frage im Raum, ob es nicht zusätzlich eine finanzielle Entlastung für pflegende Angehörige brauche. Das müsse man in der nächsten Zeit klären.
«Wir müssen diese Lobby sein»
Iris Hess, Präsidentin des Vereins Curvita, erinnerte laut Mitteilung an den ersten Lockdown ab März. Schon damals seien pflegende Angehörige am Limit gewesen. «Sie haben 24 Stunden am Tag für ihre Liebsten gesorgt und waren viele Wochen lang praktisch isoliert.» Das habe an ihren Kräften gezehrt, sagte Hess. Umso wichtiger sei die Solidarität gewesen – auch jetzt sei sie es wieder. «Pflegende Angehörige haben keine Lobby, wir alle müssen diese Lobby sein.»
Neben Porträts und Reportagen bietet ein Serviceteil im Heft Informationen zu Unterstützungsangeboten und listet Kontaktadressen zuständiger Behörden und privater Anlaufstellen auf. Vertrieben wird das Magazin «Du & Ich» kostenlos über diverse Distributionskanäle. So verteilen es die Partnerorganisationen an ihre Klientinnen und Klienten, Vereine an ihre Mitglieder und engagierte Arbeitgeber an ihre Mitarbeiter. Darüber hinaus liegt es in Apotheken, ausgewählten Ladengeschäften und öffentlichen Orten aus. Online aufgeschaltet ist das Heft unter www.duundich-gr.ch. (red)