Pfiffe und ungewohnte Niederlagen: Luke Littler auf dem Prüfstein
Er schlug ein wie eine Bombe, nun ist Luke Littler irdisch geworden. Zwei Jahre nach dem kometenhaften Einstieg steht «The Nuke» auf dem Prüfstein. Gelingt an der EM der Befreiungsschlag?
In den vergangenen zwei Jahren sprengte der Hype um Luke Littler alle Dimensionen des Darts-Sports. Seit dem sensationellen Einzug in den WM-Final als 16-Jähriger stürmte der Engländer von Rekord zu Rekord, sammelte reihenweise Titel und transformierte die Präzisionssportart in ein globales TV-Phänomen. Doch in den letzten Monaten lernte das nunmehr 19-jährige Darts-Wunderkind die Schattenseiten des Dauerdrucks kennen. Nach verpassten Titeln, Ermüdungserscheinungen und Scharmützeln mit Zuschauern reist Littler unter dem Eindruck an die EM in Dortmund, schlagbar geworden zu sein.
Gemessen an seinem überirdischen Niveau der ersten eineinhalb Jahre bei der Elite durchlebt Littler seine erste nennenswerte Baisse mit ungewohnten Schwächephasen auch an den jüngsten Major-Turnieren und auf der ProTour. Zuletzt sorgte sein überraschendes Halbfinal-Aus an der Junioren-WM Anfang Oktober in Wigan gegen Landsmann Cam Crabtree für Schlagzeilen – an einem Turnier, das Littler eigentlich nutzen wollte, um sich nach Dämpfern auf der PDC-Bühne Selbstvertrauen zurückzuholen.
Unter Dauerbeobachtung
Experten und TV-Kommentatoren wie der ehemalige Profi Glen Durrant oder Sky-Experte Wayne Mardle führen die mässigeren Ergebnisse nicht auf nachlassendes Können zurück, sondern auf die physische und mentale Belastung. Das viele Reisen und die permanente mediale Dauerbeobachtung würden ihren Tribut fordern. In Fankreisen und Fachmedien entbrannte eine Debatte über Littlers langfristige Motivation und Burnout-Gefahren im dicht gedrängten Terminkalender der Professional Darts Corporation (PDC).