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Schweiz & Welt

Peyer: «Ich kann derzeit nicht mit Herrn Quadroni sprechen»

Fabio Theus
03.12.2019, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Peter Peyer, waren Sie vor der Debatte, in der es um die beiden Berichte rund um die Polizeieinsätze gegen Preisabsprachen-Informant Adam Quadroni ging, nervös?

Nervös ist das falsche Wort. Aber ich war sehr angespannt, bereits in den vergangenen zwei Wochen. Wir haben nun zwei Berichte, die ungeschönt darstellen, wo der Kanton Mängel hat. Und nun haben wir zugesichert und Massnahmen aufgezeigt, wie wir diese Mängel beheben wollen.

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Ich war beeindruckt, wie viele Leute sich für die Debatte interessieren.»

Waren Sie überrascht, dass die Zuschauertribüne dermassen zum Bersten voll war?

Ich war beeindruckt, wie viele Leute sich für die Debatte interessieren. Es zeigt, dass das Thema bewegt. Darum war es auch wichtig, dass wir noch einmal aufzeigen konnten, mit welchen Massnahmen wir dafür sorgen wollen, dass wir nicht mehr in eine solche Situation kommen, und nicht wieder eine solche Debatte im Grossen Rat haben müssen.

Adam Quadroni war während der Debatte gestern ebenfalls auf der Zuschauertribüne im Grossratsgebäude. Haben Sie ab und zu raufgeschaut zu Quadroni?

Ich habe ab und zu raufgeschaut. Aber ich habe auch in den Ratssaal geschaut, weil es viele interessante und auch kritische Voten gab. Wir hoffen nun, mit den aufgegleisten Massnahmen den kritischen Bemerkungen Rechnung tragen können. 

Das Bündner Kantonsparlament

Ein kritisches Votum war Ihr Personalentscheid, an Polizeikommandant Walter Schlegel festzuhalten. Wie gehen Sie damit um?

Als Regierungsrat und Führungsperson muss man sich der Kritik stellen. Gleichzeitig wiederhole ich auch gerne noch einmal, dass ich mit 20-jähriger Gewerkschaftstätigkeit die Erfahrung gemacht habe, dass Leute zu entlassen keine Führungskompetenz ist. Es zeigt auch keine Kompetenz im Bereich Personalmanagement. Wenn Fehler passieren, muss man mit den Leuten zusammensitzen, die Fehler besprechen, und dafür sorgen, dass begangene Fehler nicht mehr vorkommen. Mit dem Massnahmenpaket sind wir auf dem richtigen Weg. Wir kontrollieren die Umsetzung, damit wir nicht mehr in eine solche Situation kommen.

Denken Sie, die Parlamentarier sind mit Ihrem Entscheid zufrieden?

Ich bin sicher, dass wir nach der gestrigen intensiven Debatte und den ergriffenen Massnahmen auf dem richtigen Weg sind. Auf diesem müssen wir weitergehen und kontrollieren.

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Darum ist es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht an mir, mit Herrn Quadroni zu diskutieren.»

Werden Sie mit Herrn Quadroni dereinst das persönliche Gespräch suchen?

Nein, das werde ich nicht machen. Das geht schon aus Sicht der Gewaltentrennung nicht. Ich bin in dieser Sache Partei, Vertreter des Arbeitgebers und der staatlichen Institutionen, die Fehler gemacht haben. Darum ist es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht an mir, mit Herrn Quadroni zu diskutieren. Das würde zu einem Rollenkonflikt führen, den wir beide nicht auch noch haben müssen.

Gerne hätte «suedostschweiz.ch» auch mit dem Bündner Polizeikommandanten Walter Schlegel ein Interview geführt. Leider steht dieser aber nach Absprache mit Peter Peyer bis auf Weiteres für Auskünfte nicht zur Verfügung.

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