Partner in unsicheren Zeiten: Was die EU und Kanada planen
Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und des schwierigen Verhältnisses zu den USA rücken die Europäische Union und Kanada enger zusammen. Zum Abschluss eines zweitägigen Gipfels im kanadischen Montreal soll heute eine Reihe von Vorhaben für eine vertiefte Zusammenarbeit vereinbart werden.
«Heute beginnen wir – die Europäische Union und Kanada – ein neues Kapitel in unseren Beziehungen», erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz, der selbst nicht dabei sein konnte, während seiner Asienreise. Zusammen würden beide Partner eine «Allianz für die Zukunft» gründen.
Merz machte damit auch deutlich, dass er den Begriff «assoziierte Mitgliedschaft» weiterhin ablehnt. Mit diesem Ausdruck will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eigentlich die neuen Beziehungen zu Kanada qualitativ aufwerten.
Einigkeit gibt es indes darüber, dass eine einzigartige Verbindung eingegangen werden soll, die auch die Abhängigkeit von anderen Ländern reduziert. Dabei geht es um China, aber auch um die Vereinigten Staaten. Die Politik von US-Präsident Donald Trump hat das Vertrauen der Europäer und Kanadier in den traditionell eigentlich wichtigsten Verbündeten erschüttert.
Das ist geplant
Laut dem Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfels und einer Rede von Kommissionspräsidentin von der Leyen soll nun unter anderem in folgenden Bereichen die Kooperation ausgebaut werden:
ENERGIE UND KRITISCHE ROHSTOFFE:
Die EU und Kanada wollen stärker bei der Energiesicherheit zusammenarbeiten – etwa durch eine Machbarkeitsstudie für LNG-Exporte nach Europa. Auch soll das Abkommen über die nukleare Zusammenarbeit zwischen Kanada und der Europäischen Atomgemeinschaft Euratom modernisiert werden.