Parolini: «Schwierig zu sagen, ob Schulen Treiber der Pandemie sind»
Herr Parolini, zeigen die Zahlen von Arosa, dass die Schulen doch auch Treiber der Corona-Pandemie sind?
Jon Domenic Parolini: Es ist schwierig zu sagen, ob die Schulen Treiber sind oder ob die Viren in die Schulen reingetragen wurden und sich dann ausgebreitet haben. Daher ist es gut, dass man Tests macht und diese immer wieder wiederholt. Schultestungen sind ein probates Mittel, um das Problem einigermassen in den Griff zu kriegen.
Schultestungen sind eine Variante. Eine andere wäre die Maskenpflicht auch an Primarschulen. Andere Kantone haben dies bereits eingeführt. Graubünden nicht. Ist es auch nach den Vorfällen in Arosa kein Thema?
Das ist immer wieder ein Thema, die Maskenpflicht auf die vierte oder fünfte Primastufe auszudehnen. Wir werden darüber diskutieren. Aber ob wir einen Entscheid fällen, ist noch offen. Von den Vorfällen in Arosa wissen wir, dass die am häufigsten positiv getesteten die Sechs- bis Zehnjährigen waren. Wenn man die Maskenpflicht von der vierten bis fünften Primarstufe aufwärts einführt, werden diese gar nicht erfasst. Wenn, dann müsste man die Maskenpflicht von ganz unten einführen und das hat noch kein Kanton gemacht.
Eine weitere grosse Rolle spielen die Eltern. Sind diese eher für eine Maskenpflicht oder dagegen?
Es gibt schon einige, die dagegen protestieren und sagen, dass die Maskenpflicht für Kinder sehr problematisch sei, entweder gesundheitlich oder psychisch. Wir haben aber Angaben von Gesundheitsinstitutionen, welche die Maskenpflicht auch für Kinder mit elf oder zwölf Jahren als nicht problematisch bewerten. Die Meinungen gehen diesbezüglich auseinander. Natürlich geht vieles verloren, wenn jeder immer eine Maske trägt und man keine Mimik mehr sieht. Aber jetzt sind wir in einer besonderen Situation, die hoffentlich nicht mehr allzu lange dauert. Bereits jetzt müssen Kinder akzeptieren, dass die Lehrperson eine Maske trägt.