Paraguay muss gegen Frankreichs Topsturm auf ein Wunder hoffen
Mit Kanada – Marokko (19.00 Uhr) und Paraguay – Frankreich (23.00 Uhr) stehen am Samstagabend die ersten WM-Achtelfinals an.
So überzeugend, wie Frankreich mit seinem Supersturm Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé, Michael Olise, Bradley Barcola und Désiré Doué bisher durch das Turnier spaziert ist, ist zu vermuten, dass Paraguay im Achtelfinal in Philadelphia wenig mehr als das nächste Opfer ist. Doch die Südamerikaner sind voll motiviert. Nach ihrem überraschenden Sieg gegen Deutschland wollen sie das nächste Wunder schaffen, egal gegen wen.
Frankreichs Offensive rückt Vergleichen mit legendären Sturmformationen immer näher. Zehn der 13 Tore der Franzosen gehen auf das Konto von Mbappé und Dembélé, dazu trafen Barcola zwei- und Doué einmal. Olise glänzte bislang als Vorbereiter zu fünf Toren. Zuletzt schossen Brasiliens Angreifer bei der WM 2002 in Japan und Südkorea mit 15 mehr Tore. Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho führten die Seleçao damals zu ihrem fünften und bisher letzten Titel.
Auch Breite im Kader macht Frankreich zum Top-Favoriten
Abgesehen vom fast blinden Verständnis zwischen Mbappé, Dembélé und Olise ist auch frappierend, wie breit der Weltmeister von 2018 und WM-Zweite von 2022 in der Offensive aufgestellt ist. Barcola und Doué teilen sich den Platz am linken Flügel. Von der Bank kommen ausserdem noch Rayan Cherki von Manchester City und Jean-Philippe Mateta (Crystal Palace).
Mit Paraguay folgt nun ein Gegner, der über eine kompakte Defensive, Kampfstärke und eine gewisse Härte verfügt. Damit will die «Albirroja» das nächste WM-Wunder schaffen. Der Gegner scheint dabei fast zweitrangig: «Wir haben vor niemandem Angst. Wir wissen, was wir können und werden jedem, der auf uns trifft, Schaden zufügen», sagte Julio Enciso, der Paraguay gegen Deutschland in Führung gebracht hatte.
Auch Frankreichs scheidender Nationaltrainer Didier Deschamps warnte vor den Weiss-Roten und sagte, dass der Sieg gegen die DFB-Elf kein Zufall war: «Ich habe mir Paraguay angesehen: Was sie erreicht haben, ist kein Unfall. Es ist ein typisches südamerikanisches Team, sehr stark im Zweikampf, sehr zäh, und sie haben auch sehr gute Spieler.»