Pakistan spricht von «offenem Krieg» mit Taliban
Nach Gefechten und nächtlichen Luftangriffen bezeichnet der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif den Konflikt mit dem benachbarten Afghanistan als «offenen Krieg».
Auf der Plattform X warf er den islamistischen Taliban zudem vor, zum Stellvertreter Indiens geworden zu sein. Indien ist der Erzrivale Pakistans.
Nach einer Offensive der Taliban griff Pakistans Luftwaffe in der Nacht militärische Einrichtungen im Nachbarland an. Dabei wurden auch Ziele in der afghanischen Hauptstadt Kabul und den Provinzen Kandahar und Paktia bombardiert. Das bestätigte der Sprecher der Taliban-Regierung, Sabiullah Mudschahid, auf der Plattform X. Es gebe keine Berichte über Opfer der Luftangriffe. Die pakistanische Seite sprach von Dutzenden getöteten Taliban-Kämpfern.
Seit längerem schwelt ein Konflikt zwischen den Nachbarländern, der immer wieder in Form direkter militärischer Konfrontationen aufflammt. Vermittlungen für einen nachhaltigen Frieden waren nach Gefechten und Angriffen im vergangenen Herbst gescheitert.
Dass Pakistan nun Luftangriffe auf die Provinz Kandahar und Kabul und damit auf Ziele im Landesinneren flog, ist eine neue Eskalation. Kandahar gilt als das politische und spirituelle Machtzentrum der Taliban, die seit August 2021 wieder in Afghanistan an der Macht sind. Der oberste Führer der Taliban, Haibatullah Achundsada, hält sich üblicherweise dort auf.
Appelle zur Deeskalation
China, das eine Grenze zu beiden Ländern hat, wertet die jüngsten Entwicklungen als Verschärfung des Konflikts und ruft zu raschem Dialog und einer Feuerpause auf. «Als Nachbar und Freund ist China zutiefst besorgt über die Eskalation des Konflikts», sagte Aussenamtssprecherin Mao Ning in Peking.