Olympiasieger Loïc Meillard in neuer Rolle
Loïc Meillard, seit Frühjahr Vater einer kleinen Tochter, blickt zuversichtlich auf die neue Saison. Mit 30 Jahren und mit einem neuen Konditionstrainer fühlt sich der Slalom-Olympiasieger bereit.
Das Leben meint es gut mit Loïc Meillard. Einzelheiten über «dieses gute Leben» gibt der Romand allerdings nicht preis. «Nur weil man Emotionen manchmal nicht im Bild sieht, heisst das nicht, dass sie nicht da sind», betont er am Medientag Ende September in Dübendorf. Was sein neues Leben als Vater betrifft, bleibt der Skifahrer aus Hérémence gewohnt bodenständig. «Ich glaube, es ist immer noch das Gleiche. Wenn man unterwegs ist und weiss, wie die Situation ist, gibt es kein Problem. Man ist mental darauf eingestellt. Und wenn dann der Tag der Heimkehr naht, freut man sich darauf. Diesbezüglich hat sich nichts geändert. Dieses Gefühl ist immer da und wird wohl auch immer bleiben.»
Auf das Training in Neuseeland mit der Technik-Gruppe musste sich Meillard mental einstellen, seine Partnerin Zoé und die gemeinsame Tochter zurückzulassen. «Ich weiss, dass es so ist. Es ist mein Job, und damit muss man umgehen. Ich habe ohnehin keine grosse Wahl. Natürlich tut es in den ersten Minuten ein wenig weh. Doch dann schaltet man schnell in den Trainingsmodus um.»
Ein neuer Konditionstrainer
Eine weitere Neuerung ist der Wechsel des Konditionstrainers nach zehn Jahren der Zusammenarbeit mit Patrick Flaction. «Es ist der richtige Zeitpunkt, um etwas Neues auszuprobieren», sagt Meillard. «Wir haben zehn Jahre lang zusammengearbeitet, und ich habe keine weiteren zehn Jahre Karriere mehr vor mir.»
In Übersee konnte er «eine bessere Basis schaffen als im letzten Jahr». «Ich konnte wirklich jeden Tag Ski fahren und die Bedingungen nutzen, auch wenn sie nicht perfekt waren. Es tut gut, Abwechslung im Training zu haben. Da die Schneebedingungen unterschiedlich waren, versuchten wir Lösungen zu finden, damit ich mich etwas freier fühle. Zum Beispiel bei dem sehr aggressiven Schnee, den man manchmal zu Saisonbeginn vorfindet und mit dem ich bisweilen zu kämpfen habe. Ich würde nicht behaupten, dass wir schon alle Lösungen gefunden haben. Aber wir versuchen, Schritt für Schritt voranzukommen.»