Olympiarennen auf der Juniorenpiste
Camille Rast, die zweitbeste Riesenslalom-Fahrerin dieser Saison, kann die Bilanz der Schweizer Frauen in Cortina nicht aufbessern. Nach dem 12. Platz findet sie harsche Worte für die Olympiapiste.
Das Lachen von Camille Rast ist am Ende einer Reihe von Interviews gequält. Irgendwann fällt der Satz: «Ich schaue nach vorne, die Spiele sind bald vorbei. Ich freue mich wieder auf den Weltcup.» Hoppla. Aber da ist ja noch der Olympia-Slalom vom kommenden Mittwoch?
«Ja, auf einer Juniorenstrecke mit 44 Sekunden», entgegnet Rast, und das Lachen wird noch etwas gequälter. Ihre Begeisterung für die Olympiapiste in Cortina hält sich in Grenzen. «Es ist schon schade, gleich da drüben gibt es einen super Slalomhang», sagt sie. «Das ist für uns leider ein bisschen schade.» Weil aber die Zeiten des Gigantismus auch bei Olympia vorbei sein sollen, gibt es nur ein Zielstadion, und die Techniker müssen wohl oder übel mit dem unteren Teil der Speedstrecke, der nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist, vorlieb nehmen.
Zwei Fehler sind zwei zu viel
So resultierte für Rast auf der Olimpia delle Tofane das zweitschlechteste Resultat der Saison nach dem Auftakt in Sölden. Bei den letzten sieben Riesenslaloms war die 26-jährige Walliserin nie schlechter als Fünfte, nun war es ein enttäuschender 12. Platz. In einem – hinter der überlegenen Siegerin Federica Brignone – äusserst engen Rennen fehlten Rast jedoch nur 37 Hundertstel zum Podest.
Die Slalom-Weltmeisterin des letzten Jahres wusste auch genau, wo sie die entscheidende Zeit verloren hatte. «In beiden Läufen habe ich eine Kurve nicht richtig erwischt und die Geschwindigkeit nicht mitgenommen», analysierte sie. «Dafür bezahle ich teuer. Auf so einem einfachen Schnee, auf einer einfachen Piste und mit einer einfachen Kurssetzung muss man ganz genau auf den Punkt kommen.» Im Weltcup würden sie in der Regel auf viel anspruchsvollerem Gelände und stärker drehenden Kursen fahren.