Öffnungsstrategie: Das schlägt die Bündner Regierung dem Bundesrat vor
Der Bündner Regierung gehen die vorgeschlagenen Öffnungsetappen des Bundesrates nicht weit genug. Das schreibt sie am Sonntag in einer Mitteilung. Kantonen, die über ein gutes Monitoring verfügen, sollen schnellere Lockerungen erlaubt sein, heisst es darin. Man habe mit Befremden festgestellt, dass die bundesrätliche Öffnungsstrategie präventives Testen, wie es der Kanton Graubünden durchführt, nicht berücksichtigt.
Dass sportliche Anlässe teilweise möglich seien, gastronomische Angebote im Freien aber nicht, erscheine willkürlich. Die Strategie des Bundes sei «wenig dynamisch» und «zu einseitig auf die begrenzenden Massnahmen fokussiert». Die Bündner Regierung fordert deshalb in ihrer Antwort auf die Vernehmlassung des Bundesrates eine Nachbesserung.
Konkret stellt sich das der Kanton Graubünden so vor: Restaurantbetriebe sollen ihre Aussenbereiche bereits wieder am 1. März öffnen dürfen. Erfahrungen in Graubünden würden zeigen, dass dies epidemiologisch unproblematisch und gesellschaftlich und wirtschaftlich wichtig sei. Als Minimalvariante müssten gemäss Bündner Regierung zumindest Sitzgelegenheiten im Umfeld von Take-Away-Angeboten schweizweit erlaubt werden. Man befürchte, dass es ansonsten mit dem aufkommenden Frühling zu unkontrollierten Menschenansammlungen kommen könnte.
Gleichzeitig sollen Kinos, Theater und ähnliche Institutionen analog zu den Museen ebenfalls per Anfang März mit Schutzkonzepten öffnen dürfen.
Bevölkerung ist coronamüde
Die Bevölkerung wünsche sich nach langen Monaten mit vielen Einschränkungen mehr Freiheiten, schreibt die Regierung weiter. Je besser sich die epidemiologische Lage präsentiere, desto mehr Möglichkeiten könnten zugestanden werden. Um die bisherigen Erfolge nicht zu gefährden, appelliert die Regierung an die Bevölkerung, die Abstandsregeln und das konsequente Maskentragen weiterhin einzuhalten. Die kantonale Teststrategie und mehr Impfstoff ab dem Spätfrühling sollen ausserdem dazu beitragen, zur normalen Lage zurückzukehren. (jas)