Odermatt nach Schweizer Dreifachsieg mit einer Hand an der Kugel
Die Schweizer Abfahrer dominieren im Weltcup weiter. In Garmisch stehen sie gleich zu dritt auf dem Podest. Marco Odermatt feiert seinen 54. Weltcup-Sieg vor Alexis Monney und Stefan Rogentin.
Zweimal in Folge verpasste Marco Odermatt zuletzt das Abfahrtspodest, nachdem er zuvor achtmal auf selbigem gestanden hatte. In Crans-Montana fehlten ihm beim letzten Rennen vor den Olympischen Spielen neun Hundertstel zu Platz 3. In Bormio trennten ihn zwei Zehntel von einer Olympiamedaille.
Nun, nach dem grossen Höhepunkt der Saison, hat Odermatt die Hundertstel wieder auf seiner Seite. Während andere die Spannung bei frühlingshaften Bedingungen in Garmisch nicht so ganz aufbringen konnten, zeigte der Nidwaldner sein ganzes Können. Er lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Teamkollege Alexis Monney. Bis Rennhälfte legte der Freiburger vor, in den letzten beiden Abschnitten büsste er jedoch eine halbe Sekunde auf Odermatt ein, der im Ziel die Nase um die Winzigkeit von vier Hundertsteln vorne hatte.
Nur noch Stenmark und Hirscher vor sich
Odermatt bezeichnet den Sieg gegenüber SRF als «Revanche für die letzten beiden Abfahrten», in denen er jeweils Vierter wurde. Der Weltmeister von 2023 lobte die Piste, die trotz hoher Temperaturen «richtig gut gehalten» habe. «Cool, konnten wir in Garmisch mal wieder eine Abfahrt fahren.»
Auf der oft unterschätzten, aber anspruchsvollen Kandahar-Piste triumphierte der 28-Jährige zum ersten Mal in der Königsdisziplin. Mit seinem 54. Weltcupsieg zog Odermatt mit Hermann Maier gleich und kletterte er in der ewigen Bestenliste auf Platz 3. Nur Ingemar Stenmark (86) und Marcel Hirscher (67) haben mehr Siege auf dem Konto. Gleichzeitig dürfte Odermatt im Kampf um die kleine Kristallkugel gegenüber Franjo von Allmen entscheidend vorgelegt haben. Er führt bei noch zwei ausstehenden Rennen mit 175 Punkten Vorsprung und wird mit grosser Wahrscheinlichkeit zum dritten Mal in Folge die Disziplinenwertung gewinnen.