Nur wenige unterstützen die Aktion «Wir machen auf»
Er ist verzweifelt – das wird im Gespräch mit Arnold Keller, dem Betreiber der «Bellini Bar» im Weesner Städtli, deutlich. Vor rund einem Jahr hat er das Lokal übernommen. Zweimal musste er wegen des Coronavirus bereits schliessen. Hilfsgelder hat er bislang keine bekommen. Seine Lebenspartnerin schlägt sich derzeit mit dem entsprechenden Papierkram herum. Neuerdings haben auch Gastronomiebetriebe mit einem Beschäftigungsanteil unter 300 Stellenprozent und somit unter Umständen auch die «Bellini Bar» Chancen auf Unterstützungsgelder. «Das vergangene Jahr konnte ich mit Gelegenheitsarbeiten überbrücken, aber im Moment habe ich keine andere Arbeit. Mir geht das Geld aus», sagt der ehemalige Baumaschinenführer Keller. Falls jemand einen Job für ihn habe, dürfe er ihn gerne anrufen. Die «Bellilni-Bar» ist geschlossen, seit am 12. Dezember die Sperrstunde um 19 Uhr in Kraft trat. «Ich muss so bald wie möglich wieder aufmachen, ich brauche das Geld», sagt Keller. Er fühle sich von den Behörden im Stich gelassen.
Wer sind die Initianten?
Vor diesem Hintergrund hat sich der Beizer in die Teilnehmerliste der Protestaktion «Wir machen auf» eingetragen. Wer genau dahinter steht, weiss er nicht. «Initiantin ist, glaube ich, Wirtin Daniela Liebi aus dem Kanton Bern», sagt er. Liebi hat ihre Beiz gestern geöffnet und war mehrfach in den Medien. Offizielle Initiantin von «Wir machen auf» ist sie aber nicht. Wer hinter der Aktion steht, ist nicht bekannt. Ein Impressum sucht man auf der Website www.wirmachenauf.ch vergebens. Die Adresse ist auf eine Firma in Dänemark registriert, die Domain-Management-Services anbietet. Auch in Deutschland und Österreich wurde zum Protest aufgerufen. Gemäss der unübersichtlichen Angaben der Schweizer Internetseite beteiligten sich gestern schweizweit 310 Geschäfte an der Aktion. Darunter drei in Rapperswil-Jona und je eines in Weesen und Eschenbach.