Nina Brunner und Tanja Hüberli vor ihrem Comeback
Das Schweizer Beachvolleyball-Duo Nina Brunner und Tanja Hüberli kehrt am Donnerstag auf die grosse Bühne zurück. Nach Babypause und Fussverletzung – und mit gewohnt hohen Ambitionen.
Der Anruf kommt überraschend. Überraschend früh vor allem. Nina Brunner lotet bei Tanja Hüberli aus, ob ein gemeinsames Comeback möglich wäre. Eine Woche Bedenkzeit gibt sich die Schwyzerin, dann sagt sie ihrer langjährigen Partnerin zu. Das Innerschweizer Traumduo ist damit zurück im Sand.
Die Erinnerungen an die gemeinsamen Erfolge sind zu schön, um sie nicht noch einmal erleben zu wollen. Unvergessen sind die Auftritte vor dem funkelnden Eiffelturm, die im August 2024 mit der olympischen Bronzemedaille gekrönt werden. Danach wird Brunner erstmals Mutter und gibt ihren Rücktritt – temporär, wie sich dann zeigt.
Der Ehrgeiz ist wieder da
«Ich hatte nie das Gefühl, dass ich keinesfalls zurückkehren will», stellt die 30-jährige Zugerin nun fest. «Nach der Geburt meiner Tochter genoss ich jedoch zunächst das Familienleben.» Den Sport habe sie zunächst überhaupt nicht vermisst. «Nach einigen Monaten änderte sich das: In mir erwachte der Ehrgeiz, es wieder zurück auf die Tour zu schaffen.» Klar, dass ihre langjährige Partnerin, mit der sie acht Jahre zusammengespielt und neben Olympia-Bronze auch zwei EM-Titel gewonnen hatte, da die erste Wahl ist.
Diese wird vor allem vom frühen Zeitpunkt der Anfrage überrascht und in ein kleines moralisches Dilemma gestürzt. «Ich hatte nie das Gefühl, nicht mehr mit Nina spielen zu wollen», sagt Hüberli. Es sei jedoch nicht einfach gewesen, ihrer neuen Partnerin Leona Kernen nach nur einer Saison wieder einen Korb zu geben. Sie weiss aber auch: «Nina ist nicht für Schnellschüsse bekannt, sondern trifft ihre Entscheide sehr sorgfältig.»
Hüberli bei 90 Prozent
Wunderdinge dürfen von den beiden nicht gleich zum Auftakt erwartet werden. Brunner muss sich nach der Babypause erst wieder in Topform bringen, und die drei Jahre ältere Hüberli kommt von einer Fussverletzung zurück, die sich als lästiger herausstellte als gedacht. «Die Rehabilitation dauerte länger als erwartet», gibt die Schwyzerin zu. «Viele Trainings absolvierte ich im Sitzen, auf Dauer macht das wenig Spass. Es brauchte lange, bis ich meinen Fuss in den Trainings im Sand wieder belasten konnte.» Nun beziffert sie ihren Fitnessstand aber wieder bei 90 Prozent.