Nicht alle «kleinen» Skigebiete leiden
Von den angefragten drei Gebieten ist Tschiertschen das einzige, das nicht über Schneekanonen verfügt – und dies vorweg: Deshalb auch am stärksten leidet, wie Martin Weilenmann, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Tschiertschen, auf Anfrage sagt. Schneekanonen würden helfen, seien aber aus finanziellen Überlegungen kein Thema, sagt Weilenmann. Er spricht nach wie vor von einer schwierigen Situation am Berg. Nach dem Kauf des Berggasthauses’ «Furgglis» durch die Gemeinde Ende des vergangenen Jahres habe man zwar wieder etwas Luft bekommen. «Aktuell liegen aber lediglich 20 bis 40 Zentimeter Schnee. Deshalb sind wir am Zaubern und leben von einem Mikroschneefall bis zum nächsten.» Normal wären laut Weilenmann 50 Zentimeter.
Entsprechend würden auch die bisherigen Besucherzahlen unter jenen des Vorjahres liegen. «16 Prozent hinken wir dem Vorjahr hinterher», so Weilenmann. Und mit einer Besserung rechnet der Chef nicht mehr. «In Zürich ist es derzeit so warm und es blühen die Blumen, so dass unsere Tagesgäste, die grösstenteils aus dem Unterland kommen, nicht mehr die Skier auf den Autodachträger montieren und zu uns kommen.»
Von Klimaveränderung stark betroffen
Als ein Fass ohne Boden will Weilenmann die Wintersportsituation in Tschiertschen nicht bezeichnen. Es komme auf das Klima drauf an. Die Unterstützung der Gemeinde, der Einwohner und der Zweitwohnungsbesitzer sei vorhanden, sagt Weilenmann. Aber persönlich glaubt er nicht, dass es mit dem Klima und damit mit Schnee in tiefen Lagen besser werden wird. «Ich glaube, dass Klimaveränderungen kommen.» Und auch wenn Tschiertschen nicht das tiefstgelegene Wintersportgebiet in Graubünden sei, so sei es doch ein Gebiet, dass von Klimaveränderungen stark betroffen sei. «Diesbezüglich habe ich meine Meinung geändert. Die Frage sei aber stets, ist das Glas halb voll oder halb leer.»