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Schweiz & Welt

Das Generationenprojekt steht kurz vor dem Abschluss der Optimierungsphase

Barbara Gassler
15.11.2023, 07:00 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Als erstes rief der Landammann allen noch einmal in Erinnerung, warum das Ganze überhaupt gemacht werde: «Das Hauptproblem am Istzustand ist, dass der Bahnhof Dorf schlicht und ergreifend am falschen Ort ist.» Er sei 400 Meter vom Zentrum entfernt. Zu weit weg von all der Infrastruktur, die die Menschen vor allem während der Spitzenzeiten erreichen wollten. «Nach dem Aussteigen aus dem Zug müssen sie sich zwischen Bussen, Taxis und Privatautos hindurchquälen und einige Male die Strasse überqueren, bis sie schliesslich am Zielort Parsennbahn sind.» Dort würden sich ÖV, anstehende Gäste und Zubringerbusse auf engstem Raum drängen. Kurz, die Situation sei – auch angesichts der Stauproblematik – einer der ganz grossen Steine des Anstosses in Davos. Bekannt sind die Ansätze, um das Problem zu ­lösen: Der Bahnhof wird verschoben und die Strasse nicht mehr vor der Parsennbahn hindurchgeführt. Gemäss dem Wettbewerbsprojekt wird sie über einen Kreisel bei der heutigen Migros wieder mit der Promenade zusammengeführt und ein Abschnitt verkehrsfreie Strasse gewonnen, die in einen zusammenhängenden Park übergehe. Für den Fuss- und Veloverkehr würden Wege geschaffen, über die die entstehenden Quartiere jenseits der Geleise einfach erreichbar seien. Der Bahnhof am richtigen Ort führe zu kurzen Wegen für alle und einem Bahnhofplatz, von dem aus man in alle Richtungen verzweigen könne. «Kurz, eine leistungsfähige Verkehrsdrehscheibe für alle.» Das gelte auch für den motorisierten Privatverkehr, der dann von einer unterirdischen Parkhalle unter dem neuen Bahnhof profitieren könne. Die Zu- und Ausfahrten seien sowohl vom Wolfgang als auch vom Platz her richtungs- spezifisch ausgestaltet, und auch die Erschliessung des neuen Quartiers erfolge über die Parkhalle. «Wir gehen dabei von einer Reduktion des Verkehrs auf der Mühlestrasse von 40 Prozent aus.»

In Optimierungsphase

Nach dem Wettbewerb vom letzten Jahr sei man aktuell in der Überarbeitungs- und Optimierungsphase und hoffe, den Masterplan bis Mitte Dezember präsentieren zu können. Viele der im Projekt vorgesehenen Teilmassnahmen wären berechtigt, im Rahmen des Agglomorationsprogramms mitfinanziert zu werden», erklärte Wilhelm die Dringlichkeit des Projektes. Für die Teilnahme an der 5. Generation des Agglomerationsprogramms müssen die Planungsprozesse bis Ende 2024 abgeschlossen und die Anträge bis im März 2025 eingereicht sein. Zumindest mitfinanziert werden könnten die angedachte Quartierverbindung, der Bushof inklusive der Veloparkierung, die Strassenverlegung mit Querspange, die oberirdische Gestaltung mit der Aufwertung von Park und Promenade. Gelder könnten ausserdem abgeholt werden für den Bahnhofplatz und die Carparkierung. «Wir machen das, weil es Davos für den Verkehr viel bringt und weil es eine Entflechtung von Auto-, Velo- und Fussgängerströme gibt.» Es sei der Ort, wo eine interessante, wichtige und gut funktionierende Verkehrsdrehscheibe erstellt werden könne. Bei einem allfälligen Skigebieteszubringer ab Wolfgang habe man eine ganz andere Ausgangslage, sprach Wilhelm alternative Gedankengänge an. Darum müsste der Verkehrsknotenpunkt zwingend an den vorgeschlagenen Ort kommen. Ausserdem würden mit diesem Projekt auch die Bahnübergänge entlastet, schloss der Landammann.

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