Neuer Skandal für die Kantonsregierung
Das Konvikt in Chur bietet für rund 120 Mittelschülerinnen und Mittelschüler sowie Studierenende eine Unterkunft und ein umfassendes Wohnangebot. Das Gebäude wird zurzeit renoviert und erneuert. Darum müssen die Konviktbewohner während rund zwei Jahren in einem Alternativangebot leben. Das vorübergehende Zuhause sind Quadrins, Holzmodule aus Savognin. Diese sorgen nun aber für Kritik.
Die Problematik besteht darin, dass man sich die Quadrins ohne eine öffentliche Ausschreibung beschaffen hat. SP-Grossrat Philipp Wilhelm kann diesen Vorgang nicht nachvollziehen, gegenüber Radio Südostschweiz meint er: «Das Vergabewesen ist da, um einen sorgsamen Umgang mit den Steuergeldern zu haben, aber auch einen fairen Wettbewerb unter allen Anbietern.»
Diese Meinung teilen jedoch nicht alle. Unterstützung für die Anfrage Wilhelm gab es nur wenig. Einer, der sich dazu knapp aber klar äusserte, war am Dienstagabend der Churer FDP-Grossrat Bruno W. Claus. Er ist klar der Meinung, dass bei Vergaben das Gesetz eingehalten werden muss. Genutzt werden soll der Handlungsspielraum, den das Gesetz vorgibt, so Claus.
Gespaltene Meinungen
Für Wilhelm nicht verständlich. Er ist der Meinung, dass man das Gesetz nicht hier und da zu Recht biegen kann. «Das geht einfach nicht, wir können uns so etwas als Kanton Graubünden nicht leisten. Gerade jetzt, wo wir nicht die grosse Image-Kampagne am Laufen haben mit dem Baukartell.» Man müsse nun aufpassen, dass man in diesem Punkt nicht weiter in ein schlechtes Licht gerückt werde. Es wäre angebracht, hinzustehen und zu sagen, dass die Vergabe, so wie sie gemacht wurde, offenbar nicht korrekt war.