Moorlandschaft Durannapass gibt zu reden
«Nicht nachvollziehbar ist […], dass die Gemeinde Arosa die Landschaftsschutzzone im Bereich der Moorlandschaft Durannapass nicht so, wie vom Bund vorgegeben, angepasst hat. Die Regierung hat zwar anerkannt, dass die Landschaftsschutzzone korrigiert werden muss, verlangt die Anpassung jedoch ohne plausiblen Grund erst bei der nächsten Ortsplanungsrevision», schreiben Pro Natura, WWF und Mountain Wilderness in einer gemeinsamen Mitteilung. Anita Mazzetta, Geschäftsführerin vom WWF Graubünden, wird folgendermassen zitiert: «Es gibt im Bundesrecht klare Fristen für die Umsetzung des Moorschutzes in der Ortsplanung. Diese Frist ist längstens abgelaufen. Es gibt keinen Grund, damit noch länger zuzuwarten.» Der Perimeter der Moorlandschaft Durannapass sei 2017 vom Bund angepasst worden, nachdem das Verwaltungsgericht im Jahr 2000 den Umweltverbänden recht gab und eine Überprüfung des Moorperimeters verlangte.
Vorausgegangen war diesem Akt ein längeres juristisches Hickhack. Denn 1995 plante die damalige Davos-Parsenn-Bahnen AG eine Erweiterung ihres Skigebiets im Gebiet Fondei, wo schon in den 60er-Jahren zwei Skilifte errichtet worden waren. Das zwischen dem Schanfigg und dem Prättigau gelegene Hochtal sollte mit drei Sesselbahnen erschlossen werden. Doch der heftig umstrittene Ausbau hätte die Moorlandschaft Duranna tangiert und somit dem Rothenturm-Artikel in der Bundesverfassung widersprochen. Umweltorganisationen stellten zusammen mit einem Moorschutzexperten sogar fest, dass einzelne Moore nicht kartiert oder nicht vollständig erfasst wurden. Daher reichten die Umweltorganisationen Pro Natura, WWF, Stiftung Landschaftsschutz, Schweizer Alpen-Club und Akademischer Alpenclub 1998 eine Planungsbeschwerde bei der Kantonsregierung gegen die Revision der Ortsplanungen in Langwies, das heute zur Fusionsgemeinde Arosa gehört, ein. Wie erwähnt gab das Verwaltungsgericht den Verbänden recht. Gleichzeitig zogen die Parsennbahnen ihr Vorhaben zurück, sodass die Pläne einer Skigebietserweiterung bis heute nicht mehr aufgegriffen wurden.