Nato-Gipfel mit Trump: Mehr Europa, trotzdem transatlantisch
Die Nato setzt angesichts der unberechenbaren Bündnispolitik von US-Präsident Donald Trump auf mehr europäische Eigenständigkeit.
«Von diesem Gipfel soll die Botschaft ausgehen: Wir bauen eine europäischere Nato, damit die Nato transatlantisch bleiben kann», sagte der deutsche Regierungschef Friedrich Merz vor dem Abflug zum Nato-Gipfel in der Türkei. «Ich wünsche mir, dass es uns gemeinsam gelingt, einen Geist von Ankara zu wecken», ergänzte er.
Merz sehr zufrieden mit U-Boot-Geschäft
Zur Ankündigung von Kanadas Premierminister Mark Carney, bis zu zwölf U-Boote des Kieler Marineschiffbauers TKMS kaufen zu wollen, sagte Merz, dies sei «einer der grössten, wenn nicht der grösste Rüstungsauftrag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland». Merz sieht in dem Geschäft «ein starkes Zeichen für die transatlantische und die europäische Zusammenarbeit». Deutschland und Norwegen haben das Modell zur gemeinsamen Nutzung entwickelt.
Nato setzt bei Aufklärungsflugzeugen auf kanadisches Modell
Bei der Erneuerung der in Deutschland stationierten Nato-Flotte von Awacs-Aufklärungsflugzeugen kommt Kanada ebenfalls prominent zum Zuge. Wie Nato-Generalsekretär Mark Rutte ankündigte, sollen künftig Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier genutzt werden, die mit dem Aufklärungs- und Frühwarnsystem GlobalEye des schwedischen Rüstungskonzerns Saab ausgerüstet sind. Ursprünglich waren US-Maschinen als Ersatz vorgesehen.
Die Nato hatte eigentlich als Ersatz für ihre Awacs US-Maschinen vom Typ Boeing E-7A Wedgetail bestellen wollen. Das Vorhaben wurde vorerst aufgegeben, nachdem die US-Regierung ihren Ausstieg aus dem Programm angekündigt hatte. Hauptstützpunkt der unter dem Namen Awacs (Airborne Early Warning and Control System) bekannten Flugzeuge ist der Nato-Flugplatz Geilenkirchen bei Aachen.
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