Nationaltrainerin Maglia: «Wollen uns nicht verstecken»
Die Schweiz startet am Sonntag in Sarajevo in die U19-EM der Frauen. Zum Auftakt wartet mit Spanien ein harter Gegner. Trainerin Veronica Maglia spricht über das Turnier und die Ziele.
Vom 27. Juni bis 10. Juli kämpfen acht Nationen in der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina um den Titel der U19-Europameisterschaft der Frauen. Mit dabei ist die Schweiz, die in einer anspruchsvollen Gruppe mit Spanien, Österreich und Island bereits zum Auftakt auf die Rekordsiegerinnen trifft.
Die Spanierinnen haben den Titel bereits sieben Mal gewonnen, letztes Jahr zum vierten Mal in der Folge. «Wir haben unsere Chancen. Spanien gehört zu den besten Nationen Europas, doch wir wollen uns nicht verstecken», sagt Nationaltrainerin Veronica Maglia im Gespräch mit football.ch. Gegen Österreich und Island erwartet sie ein enges Rennen, bei dem Kleinigkeiten den Ausschlag geben dürften. Entscheidend werde dabei vor allem der Teamgeist sein: «Gerade in schwierigen Momenten müssen wir als Team funktionieren.»
Erfahrungen, die verbinden
Im Pre-Camp für die EM hat sich das Team intensiv mit den Gegnerinnen auseinandergesetzt. «Es war inspirierend zu sehen, wie unsere Spielerinnen Situationen analysieren, Zusammenhänge erkennen und eigene Ideen einbringen», sagt Maglia. Dieser Zusammenhalt sei über Jahre gewachsen, auch durch Rückschläge: Ein Teil der Spielerinnen hat nämlich gemeinsam erlebt, wie die Schweiz die Qualifikation für die U17-EM knapp verpasste. «Solche Erfahrungen verbinden und heute sieht man, wie sie als Gruppe daran gewachsen sind», sagt die Nationaltrainerin.
Was die Schweiz unter Maglia ausmacht, lässt sich für die Trainerin mit einem einzigen Begriff beschreiben: Mut. «Wir wollen gegen jede Gegnerin unseren Fussball spielen und den Ball haben», sagt sie. Dass dieser Anspruch keine leere Floskel ist, habe das Team bereits im Heim-Qualifikationsturnier gezeigt. Im April setzten sich die Schweizerinnen in Biel und Vevey gegen Wales (3:0), Lettland (2:1) und England (2:0) durch und sicherten sich so das Ticket für das Turnier in Bosnien. Für die U19-Nati ist es die erste EM-Endturnier-Teilnahme seit acht Jahren.
Das Ziel sind nicht nur Resultate
Die Schweizerinnen wollen in Sarajevo natürlich sportlich erfolgreich sein. Doch Maglia denkt über den Erfolg hinaus: «Ich wünsche mir vor allem, dass wir als Team unseren Weg gehen und uns treu bleiben.» Was am Ende zählt, ist für Maglia nicht nur das Resultat: «Wenn die Menschen zuhause spüren, mit wie viel Leidenschaft und Zusammenhalt dieses Team auftritt, dann haben wir bereits viel erreicht.»
Das erste Spiel gegen Spanien findet am Sonntag um 14 Uhr statt. Drei Tage später trifft die Schweiz auf Österreich (14 Uhr), bevor am Samstag, 4. Juli, um 17 Uhr das letzte Gruppenspiel gegen Island folgt. Die besten zwei Teams aus jeder Gruppe ziehen in die Halbfinals ein.