Nahost-Konflikt sorgt an Finanzmärkten für hohe Nervosität
Die Börsen in Asien reagieren auf den Krieg der USA und Israels gegen den Iran mit Kursverlusten. Auch für den Schweizer Aktienmarkt sowie die wichtigsten europäischen Märkte und die Wall Street zeichnen sich tiefere Notierungen ab.
Für den Swiss Market Index (SMI) indiziert der Broker IG gegen 6.25 Uhr einen Auftaktverlust von 1,17 Prozent. Auch für den deutschen DAX oder den französischen CAC-40 zeichnet sich Verluste von etwas mehr als einem Prozent ab. Für die Wall Street deuten die Futures aktuell Abgaben von etwas weniger als einem Prozent an. In Asien verlieren der Nikkei 225 oder auch der Hang Seng in Hong Kong am Morgen jeweils mehr als 1 Prozent.
Gleichzeitig ziehen die Preise für Öl an. Der Iran hat den Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels, eingeschränkt. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung könnte die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.
Die Staaten des Ölkartells Opec+ hatten am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern. Wie die Commerzbank aber bereits in einem Kommentar vor Beginn der jüngsten Eskalation gewarnt hatte, haben die Staaten der Opec+ nicht genug freie Produktionskapazitäten, um eine Hormus-Blockade wettzumachen. Für Europa gilt ein länger anhaltend hoher Ölpreis als Inflationsrisiko und möglicher Wachstumsdämpfer, wie Ökonomen betonen.
Wie geht es weiter?
«Es ist zwar unmöglich, den genauen Verlauf des Konflikts vorherzusagen, doch ist es wichtig, sich der erheblichen Risiken bewusst zu sein, insbesondere wenn das Regime die Kontrolle über die unberechenbare Revolutionsgarde IRGC verlieren sollte», kommentiert Tony Sycamore vom Broker IG. Sollte der Konflikt schnell abklingt, könnte sich der Ölpreisanstieg als kurzlebig erweisen und der Rohölpreis wieder in Richtung 60,00 USD zurückgehen, so der Händler weiter. Ein länger andauernder Konflikt würde jedoch die Aufwärtsrisiken für den Rohölpreis erheblich verstärken.