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Schweiz und Welt

Näfels kassiert eine bittere Niederlage im Spitzenkampf

Südostschweiz
06.11.2022, 17:34 Uhr
gestern um 16:30 Uhr

von Köbi Hefti

Die Ausgangslage in der Tabelle versprach einen spannenden Spitzenkampf zwischen Näfels und Chênois Genf. Eine klare 0:3-Niederlage war aus Näfelser Sicht nicht zu erwarten – doch das Resultat täuscht. Genf und Näfels lieferten sich ein spannendes Duell, in dem die Westschweizer in den entscheidenden Momenten kompromissloser agierten. Julian Fischer erklärte nach dem Spiel: «Wir konnten in den entscheidenden Momenten die Nerven besser behalten, die wichtigen Punkte erzielen, auch wenn es sehr eng war», so der Libero von Chênois. Er führt weiter aus: «Auf dem Papier scheint das Spiel deutlich, aber es waren enorm knappe Sätze.»

Näfels erwischte zudem einen Kaltstart in das Spiel. Genf ging rasch mit 5:1 in Führung und zwang Näfels-Coach Matjaž Hafner zu einem frühen Time-out. Der Slowene fand scheinbar die richtigen Worte, Näfels fand besser ins Spiel und kämpfte sich zurück. Es entwickelte sich eine spannende Endphase. Beim Stand von 18:20 kam Nico Süess für Iliya Goldrin, der verletzungsbedint ausschied, aufs Feld. Die Näfelser konnten das Blatt aber nicht mehr wenden, und die Gäste aus Genf gaben ihre Führung nicht mehr aus der Hand.

Näfels hadert mit den Refs

Im zweiten Satz fand Näfels deutlich besser ins Spiel, liess sich nicht abschütteln und ging schliesslich nach zwei Service-Assen von Błażej Podleśny in Führung. Auch der zweite Satz war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem sich die beiden Teams nichts schenkten. Auf Näfelser Seite war es der Finne Antti Ropponen, der immer wieder gesucht wurde und erfolgreich skorte. Die Neuverpflichtung erzielte 23 Punkte. Auf der anderen Seite machte ihm Strahinja Brzakovic mit 18 Zählern Konkurrenz.

«

Ich glaube, der Unterschied lag in den kleinen Dingen.»

Nico Beeler , Spieler Volley Näfels

In den entscheidenden Momenten konnten die Genfer stets die Oberhand behalten, agierten cleverer und machten weniger Fehler. So ging auch der zweite Satz an die Gäste.

Auch der dritte Umgang war ein Duell auf gutem Niveau. Näfels geriet früh in Rückstand, legte aber eine rasante Aufholjagd hin, bis der Schiedsrichter nach einer unglaublichen Rettungsaktion einen technischen Fehler der Hausherren abpfiff. Die Näfelser Spieler diskutierten, erreichten damit aber nur eine Rote Karte, was sie erneut in Rückstand brachte. Doch auch diesen machten sie wieder wett, bis der Unparteiische einen umstrittenen Ball auf Genfer Seite nicht abpfiff.

Nach heftigen Diskussionen erhielten die Näfelser die zweite Rote Karte. Der erste Schiedsrichter erntete damit das Unverständnis der ganzen – inzwischen tobenden – Halle. Die Genfer liessen sich vom Lärm jedoch nicht beeindrucken und brachten den Sieg ins Trockene.

Zu viele Fehler gemacht

Auf die Frage, warum es nicht für Punkte reichte, sagte Nico Beeler nach der Partie: «Es war ein cooles Spiel und wir waren nah dran. Ich glaube, der Unterschied lag in den kleinen Dingen, Genf blockte solide und hatte in der Verteidigung ein paar Bälle mehr als wir», so der Annahme/Aussen-Spieler von Volley Näfels. Er ergänzt: «Zudem haben wir zu viele Servicefehler gemacht, dadurch hatte Genf im Sideout weniger Druck und wir mehr.»

Näfels – Chênois Genf 0:3 (22:25, 23:25, 23:25)

Lintharena. – 200 Zuschauende. – Spieldauer: 83 Minuten. – SR: Sigrist, Sikanjic
Näfels: Podleśny (Passeur), (5 Punkte), Küng (Libero), Beeler (7), Goldrin (5), Thuner (7), Mejia (9), Ropponen (23), Einwechslungen: Gygli (Passeur, Captain), (0 Punkte), Süess (1), Lienhard (0). Headcoach: Matjaz Hafner
Chênois Genf: Rey (Passeur), (2 Punkte), Fischer (Libero), Radic Simonin(5), Uruena (7), Brzakovic (10), Rammé (5), Einwechslungen:  Jucker (Passeur), (0 Punkte). Headcoach: Marco Camperi.

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