Nachhaltiger wohnen ist möglich
von Lea Gerber, Bereichsleiterin Politik und Grundlagen bei Wohnbaugenossenschaften Schweiz, dem Verband der gemeinnützigen Wohnbauträger
Das Wohnen gehört – zusammen mit der Ernährung und der Mobilität – zu den Bereichen mit den grössten Auswirkungen auf die Umwelt: Dieser Anteil an der Gesamtumweltbelastung beträgt mehr als ein Viertel. Grund genug, den Hebel beim Wohnen anzusetzen.
Weniger Fläche, weniger Energie
Genossenschaften machen vor, wie ein sorgsamer Umgang mit dem knappen Gut Boden geht: Gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik verbrauchen Genossenschaftswohnungen pro Person ein Viertel weniger Boden als konventionelle Mietwohnungen und sogar über fünfzig Prozent weniger als Eigentumswohnungen.
Zurückzuführen ist dies vor allem darauf, dass für mehr als zwei Drittel aller Genossenschaftswohnungen Belegungsvorschriften gelten. Am häufigsten gilt, dass etwa in eine Vierzimmerwohnung mindestens drei Personen einziehen müssen. Im Gegenzug bieten viele gemeinnützige Bauträger attraktive Gemeinschaftsflächen sowie Gästezimmer oder Büroräume an.
Auch bei den klassischen Umweltthemen lässt sich der Leistungsausweis von gemeinnützigen Bauträgern sehen: Viele legen grossen Wert auf energieeffiziente und ökologisch vorbildliche Siedlungen. Mehr als die Hälfte der seit 2003 geförderten gemeinnützigen Überbauungen erreicht gemäss Erhebungen des Bundesamts für Wohnungswesen mindestens Minergie-Standard. Das ist im Vergleich zum Gesamtmarkt mehr als das Doppelte.
Vorreiter sind Baugenossenschaften zudem bei autofreien Überbauungen oder Siedlungen, die sich an den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft orientieren. Und immer mehr Genossenschaften sorgen für eine naturnahe Umgebung und fördern so die Biodiversität im Siedlungsraum.