Nach Jahren voller Schwierigkeiten zurück auf der Weltbühne
Ajla Del Ponte kehrt nach vier Jahren voller Schwierigkeiten und Zweifel endlich ins Rampenlicht zurück. Am Samstag wird die Tessinerin bei der Hallen-WM in Torun über 60 m starten.
«Es ist eine Erleichterung», sagt die Tessinerin im Gespräch mit Keystone-SDA. «In diesem Winter gab es wieder Momente des Zweifels. Ich habe mich wirklich gefragt, ob der Durchbruch noch kommen würde. Ich war wieder frustriert», erzählt die Fünfte über 100 m an den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.
Geduld ist seit 2022 zwangsläufig zum Credo der 29-Jährigen geworden. In den letzten vier Jahren hatte sie mit einer Reihe von körperlichen Problemen zu kämpfen und litt zudem unter depressiven Phasen. «Aber ich habe immer Resilienz bewiesen», betont sie.
Und diese Beharrlichkeit hat sich schliesslich ausbezahlt. In St. Gallen bei den Schweizer Hallen-Meisterschaften Ende Februar steigerte sie sich im Lauf des Tages (7,28 Sekunden im Vorlauf, 7,21 im Halbfinal, 7,15 Sekunden im Final) und holte sich das Ticket für die Indoor-WM in Polen.
«Es ist eine Erleichterung nach allem, was mir in den letzten vier Jahren widerfahren ist. Und ich konnte das mit meinen Eltern und meinem Bruder teilen, die dabei waren. Ich konnte ihnen zeigen, dass ich all diese Opfer nicht umsonst gebracht habe», erzählt die Athletin, die vom Freiburger Trainer Laurent Meuwly betreut wird.
Endlich beschwerdefrei
Endlich von ihren körperlichen Beschwerden befreit, freut sich Ajla Del Ponte darauf, unbeschwert laufen zu können. «In der zweiten Woche unseres Vorbereitungslagers Anfang Dezember habe ich gemerkt, dass ich weder im Quadrizeps noch in der Achillessehne Schmerzen hatte», erinnert sie sich. «Es war fast schon seltsam», amüsiert sich die Wahl-Niederländerin, für die körperliche Schmerzen fast zum Alltag geworden waren. Nun kann sie ohne Angst nach vorne blicken. Und davon träumen, wieder an die Spitze zu gelangen.
«Das gibt mir wieder mentale Stabilität. Gleichzeitig hat sich mein Stress-Level verringert: Ich muss nicht mehr an den nächsten Scan denken, den ich machen lassen müsste. Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass ich mich ohne körperliche Probleme vorbereiten konnte», betont die Sprinterin.