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Schweiz und Welt

Mutmasslicher Wolfshybride durch die Wildhut erlegt

Südostschweiz
08.04.2022, 08:14 Uhr
vor 36 Minuten

Ende vergangener Woche wurde ein mutmasslicher Wolfshybride im Churer Rheintal durch die Wildhut erlegt. Verschiedene Hinweise deuten darauf hin, dass das männliche Tier mit sehr auffälliger, beigefarbener Fellfärbung aus dem Piemont über das Tessin nach Graubünden eingewandert sein könnte. Die genetische Untersuchung wurde eingeleitet. Sie wird voraussichtlich im Mai weitere Erkenntnisse bieten.

Ende Dezember 2021 wurde der Kanton über Nachweise eines beigefarbenen Wolf‑Hund‑Hybriden bei Domodossola informiert. Das schreibt der Kanton Graubünden in einer Mitteilung. Laut den Informationen aus Italien deutete das aussergewöhnlich helle Erscheinungsbild und die räumliche Abfolge der Nachweise dieses Tieres stark darauf hin, dass es sich um einen abwandernden Nachkommen aus einer bekannten Wolf‑Hund‑Verpaarung in der Region Alessandria im Piemont handeln dürfte. Nachdem es im Verlauf des Januars einzelne Nachweise des vermeintlichen Hybriden zuerst in der Nähe von Domodossola und später im Tessin gegeben hatte, traten in den vergangenen Wochen Hinweise auf, dass sich das Tier im Churer Rheintal aufhielt, heisst es weiter.

Jagdgesetzgebung sieht die Erlegung vor

Aus der Sicht des Artenschutzes sei es wichtig, dass Hybridtiere erlegt werden, damit sie sich nicht reproduzieren können. Anderenfalls könnte dies zu langfristigen negativen Folgen für die Wolfspopulation führen. Nach eidgenössischer Jagdgesetzgebung sind deshalb mutmassliche Hybriden in begründeten Verdachtsfällen durch die kantonalen Vollzugsbehörden zu erlegen.

– Zitiert aus Medienmitteilung, Kanton Graubünden

Beim Tier, das Ende vergangener Woche erlegt wurde, handle es sich um einen Rüden noch unbekannten Alters. Eine DNA‑Probe des Tieres werde nun am Laboratoire de biologie de la conservation der Universität Lausanne genetisch untersucht. Der Abschuss des mutmasslichen Hybriden durch die Wildhut erfolgte laut dem Kanton Graubünden in Absprache mit dem Bundesamt für Umwelt. (red)

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