Moser bereits früh in der Saison gut in Form
Trotz verletzungsbedingter Rückschläge befindet sich Stabhochspringerin Angelica Moser auf Kurs. Am Sonntag möchte sie das auch am Diamond-League-Meeting in Paris unter Beweis stellen.
Stabhochsprung ist eine komplexe Disziplin. Allein die Stäbe sind eine Wissenschaft für sich. Deshalb benötigt Angelica Moser in der Regel etwas Anlaufzeit, um in eine Saison zu finden. Diesmal aber überquerte sie schon bei ihrem zweiten Freiluft-Wettkampf in diesem Jahr – beim dritten Rang Anfang Juni am Diamond-League-Meeting in Rom – die Höhe von 4,80 m. Ein besseres Resultat erzielte die 28-jährige Zürcherin einzig bei ihrem Schweizer Rekord Mitte Juli 2024, als sie in Monaco 4,88 m sprang.
Die bereits gute Form ist umso erstaunlicher, als dass Moser keine optimale Vorbereitung hinter sich hat. Mitte Dezember entzündete sich die Plantarfaszie im einen Fuss, im Februar zog sie sich eine Hamstring-Zerrung zu. «Die Hallen-Saison war mega kompliziert», blickt Moser im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zurück. Danach habe dann immer wieder mal etwas gezwickt, «weil sich der Körper nicht mehr gewohnt war, ein volles Training zu absolvieren. Es dauerte etwas, bis ich wieder im normalen Rhythmus war.» Sie könne jedoch noch vom Aufbau im Herbst zehren, in dieser sehr wichtigen Phase der Vorbereitung sei alles nach Plan verlaufen.
Vergangenheit gibt Selbstvertrauen
Trotz der schwierigen Indoor-Saison lieferte Moser am wichtigsten Wettkampf und holte an der Hallen-WM in Torun Bronze – wie schon ein Jahr zuvor in Nanjing, als sie mit zwei Bänderrissen im linken Fuss antrat. Wie macht sie das? «Ich weiss es auch nicht», sagt Moser. Sie könne sicherlich von den gemachten Erfahrungen an Grossanlässen profitieren. «Häufig ist es dort gut herausgekommen. Das gibt mir Selbstvertrauen, auch dann etwas zu erreichen wenn ich nicht voll fit bin.»
Hilft ihr mental zudem, dass sie schon zahlreiche Verletzungen hinter sich hat und weiss, wie sie damit umgehen muss? «Ja und nein. Einerseits hast du Erfahrungswerte und der Körper weiss, wie Stabhochsprung funktioniert. Andererseits nimmt dich jede Verletzung emotional mit, umso mehr, wenn eine auf die andere folgt. Es ist mental extrem ermüdend, wenn ich dann immer wieder ausprobieren muss, was ich machen kann und was nicht, und nicht zu wissen, ob es für Wettkämpfe reicht oder nicht.»