Mord vor fast 32 Jahren: Spur an Hosenbund entscheidend
Eine Mischung aus neuen technischen Möglichkeiten und alten DNA-Spuren brachte den Durchbruch: Fast 32 Jahre nach dem Mord an der damals 24 Jahre alten US-amerikanischen Touristin Amy Lopez in der deutschen Stadt Koblenz sitzt ein Tatverdächtiger in Untersuchungshaft.
Der 81 Jahre alte Deutsche wurde in einem Seniorenheim im Raum Koblenz festgenommen, bislang schweigt er.
Sollte er im weiteren Ermittlungsverfahren tatsächlich überführt werden, war es am Ende vor allem eine DNA-Spur von der Innenseite der Jeans des Opfers, die ihn verriet – genauer vom Hosenbund der auf links gedrehten Hose. Viele Jahre konnten diese Spur und andere keiner Person zugeordnet werden.
Opfer war auf Europareise
Lopez war im September 1994 auf einer Europareise, wie Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler von der Staatsanwaltschaft Koblenz berichtete. Am Tattag sei sie vormittags mit einem Stadtbus in den Stadtteil Ehrenbreitstein rechts des Rheins gefahren, wollte einen steilen Pfad hinauf zur Festung Ehrenbreitstein gehen – dort traf sie auf ihren Mörder.
Die 24-Jährige wurde sexuell missbraucht, stranguliert, mit Messerstichen verletzt, ihr wurde mit einem Stein auf den Kopf geschlagen. Gefunden wurde die fast entkleidete Leiche von spielenden Kindern.
Fall liess Ermittler nie los
In den Folgejahren tat sich bei den Ermittlungen lange nichts. Zwischenzeitlich wurde in den 1990ern mal ein Mann festgenommen, aber wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Der Fall habe die Staatsanwaltschaft und die Polizei jedoch nie ganz losgelassen, sagte Mannweiler.
Die DNA des 81-Jährigen kam schon 1999 in eine polizeiliche Datenbank, nachdem der Mann damals wegen einer versuchten Vergewaltigung einer 16-Jährigen in Koblenz ins Visier der Ermittler geraten war. Wegen der Tat wurde er auch zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt.