«Mit einem Sibirischen Tiger macht sich Arosa keinen Gefallen»
Am Montag wurde bekannt, dass spätestens 2020 ein Sibirischer Tiger aus China im Arosa Bärenland einziehen wird. Wie Napa, Meimo und Amelia, die bereits in Arosa leben, wird auch der Tiger in Zusammenarbeit mit Vier Pfoten aus schlechten Lebensbedingungen gerettet. Untergebracht werde der Tiger in einem separaten Gehege als die Bären, wie Tourismusdirektor von Arosa, Pascal Jenny, gegenüber der Zeitung «Südostschweiz» sagte.
Jenny schiesse mit diesem Plan den Vogel ab, sagt der Zweitwohnungsbesitzer Patrick Müller, der regelmässig das Arosa Bärenland besucht. «Ich verstehe, dass Arosa so mehr Touristen anlocken will und die Bären waren eine gute Sache, aber jetzt noch einen Sibirischen Tiger holen? Das kann ich nicht begreifen», sagt Müller. Er könne sich nicht vorstellen, was Jenny damit genau bezwecken wolle.
«Das Bärenland hat doch gerade erst eröffnet. Nun sollte man doch erstmal damit Erfahrungen sammeln», so Müller weiter. Jetzt schon ein weiteres Tier nach Arosa zu holen, sei übermütig von Jenny. «Er sollte sich jetzt erstmal mit den Bären zufriedengeben und nicht schon die nächste Sau durchs Dorf treiben. Arosa tut sich damit keinen Gefallen».
Wenn Arosa nicht will, wäre Davos eine Option
Anderer Meinung ist Reto Branschi, Tourismusdirektor von Davos Klosters. Er findet es eine gute Idee, den Tierschutz und den Tourismus zusammenzubringen. «Ich beneide Pascal Jenny schon ein wenig», wie er auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» erklärt. Aus touristisches Sicht sei es sehr attraktiv, lebende Tiere in der freien Natur zu halten. Ein Blick auf die Besucherzahlen des vergangenen Sommers bestätigt dies. Rund 35 000 Personen haben das Bärenland Arosa bisher besucht. Arosa Tourismus möchte diesen Erfolg nun mit dem Sibirischen Tiger ausbauen und vor allem den asiatischen Markt nach Graubünden holen. Für Branschi nachvollziehbar, weil es in den grossen chinesischen Städten schwierig sei, ein solches Umfeld zu gestalten. Sollte die Gemeinde Arosa das Projekt nicht bewilligen, könnte sich Branschi gut vorstellen, einen Tiger nach Davos zu holen. (rac/can)