Mit der Impfung kehren die Protestler zurück
Wäre gerade der 1. April, wäre der Fall klar. Der Flyer, der in einschlägigen Telegramchats kursiert, wirkt wie ein Scherz. «Stoppt Kinderimpfungen» steht darauf. Von einer «Kinder-Impfkampagne» im Jona Center ist gar die Rede. Auf Anfrage der «Linth-Zeitung» wissen weder die Polizei, die Stadt Rapperswil‑Jona noch der Kanton etwas von einem geplanten Aufmarsch.
Insbesondere ist man beim St. Galler Gesundheitsdepartement überfragt, was es mit der sogenannten «Kinder-Impfkampagne» auf sich haben könnte. Klar ist: Ab Donnerstag kann man sich im Impfzentrum Rapperswil‑Jona einen Booster gegen Covid-19 verabreichen lassen. Diese zweite Auffrischimpfung ist für Personen ab 16 Jahren kostenlos. Für gesunde Kinder und Jugendliche empfiehlt der Kanton keine Impfung. Der Booster richtet sich in erster Linie an ältere und besonders gefährdete Menschen (siehe «Linth-Zeitung» vom Montag).
Impfprotest – ein Novum
Der geplante Protest überrascht denn auch Gildo Da Ros, Generalsekretär des kantonalen Gesundheitsdepartements: «Bislang haben bei unseren Impfzentren noch keine Aktionen im Sinne eines organisierten Protests stattgefunden.» Bei mobilen Impfteams sei es hingegen schon vorgekommen, dass einzelne Personen ihren Unmut gegen die Impfung kundgetan hätten.
Ebenfalls Erfahrung hat man in der Kantonshauptstadt mit einer unbewilligten Demonstration gegen die Maskenpflicht an Schulen. «Diese Personen wurden von der Polizei nett darauf hingewiesen, dass solche Proteste bewilligungspflichtig sind. Dies hat zur Auflösung der Aktionen beigetragen», sagt Da Ros. Acht renitente Personen wurden angezeigt.