«Mir tut es leid für jene, die fair spielen»
Nein, es ist wahrlich kein schönes Bild, das Davos dann abgibt. Doch die Meinung solcher Anbieter scheint mit den Worten aus einer Kommentarspalte übereinzustimmen: «Finde ich super. Die WEF-Besucher sind alle steinreich. Was ist falsch daran, Reiche auszunehmen?» Wer ein wenig weiterdenkt, sieht die Probleme, die sich aus dieser Geisteshaltung ergeben, und seit Jahren rennen die Offiziellen dagegen an. Ohne Erfolg.
Nicht ganz, denn hinter den Kulissen, weit ab vom Lärm dieser Abzocker, hat man sich schon längst gefunden. Veranstalter WEF und Gastgeber Davos arbeiten gut und fruchtbar zusammen. «Natürlich, die Verfügbarkeit von Unter-bringung ist der Flaschenhals, der uns ständig begleitet», sagt Severin Podolak, Leiter WEF-Event-Produktion. «Doch mit der grossen Mehrheit der Dienstleister auf diesem Gebiet – sprich Hotellerie und Parahotellerie – arbeiten wir sehr gut zusammen.» Das bedeutet , dass der Grossteil der verfügbaren Zimmer dem WEF zur Verfügung gestellt wird. Es gebe nur wenige, die profitieren, aber nicht mittragen würden, stellt Podolak fest. Die Buchungen selbst laufen dann über den Bauftragten des Forums, Publicis Live. «Besonders bei den Hotelzimmern müssen wir sehr genau planen, denn in Davos stehen nicht genügend Zimmer in den gewünschten Kategorien zur Verfügung.» Doch auch das Forum selbst denkt in Kategorien, von Mitgliedern in diesem Fall. Je nach dem stehen ihnen eine vorgegebene Anzahl an Plätzen am Jahrestreffen zur Verfügung, und entsprechend werden Unterkünfte zugewiesen. «Bei Überschreitungen müssen sie sich selber darum kümmern.» Daneben gibt es natürlich auch die völkerrechtlich geschützten Personen, für die mit dem Platz in den sogennanten «Sicherheitshotels» jongliert wird. «Doch die ‹Chilbi› entlang der Promenade nimmt uns natürlich substanziell Hotelbetten weg», bekennt Podolak. «Das sind dann solche, für die horrende Preise bezahlt werden.»